Klosterneuburgs Freiwillige standen im Mittelpunkt. Caritas-Abend in Klosterneuburg stand ganz im Zeichen des Ehrenamtes, der sozialen Vorbildrolle der Stadt und der Zukunft der Pflege.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 06. Februar 2020 (03:45)
Caritas-Präsident Michael Landau und Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister im Gespräch mit NÖN-Chefredakteur Daniel Lohninger (Mitte).
Caritas Wien

„Es kommt auf jeden Einzelnen an. Wir können etwas ändern!“ Mit diesen Worten brachte Caritas-Präsident Michael Landau auf den Punkt, wie ein gutes Miteinander in Niederösterreich heute gelingt und auch in Zukunft gelingen kann. Beim Caritas-Abend in Klosterneuburg bedankte er sich bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern der Caritas-Arbeit in Niederösterreich. Er betonte zugleich, dass es gerade in Zeiten von Globalisierung und Social Media wichtig sei, auch den Weg zum eigenen Nachbarn zu finden.

Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister versicherte, dass das Land Niederösterreich mit großem Nachdruck an der Zukunftstauglichkeit der Pflege arbeite. Es gehe dabei sowohl darum, den Pflegeberuf für junge Menschen attraktiver zu gestalten, als auch darum, die Pflege insgesamt zu enttabuisieren: „Hilfe für die Betreuung älterer Menschen in Anspruch zu nehmen, muss ähnlich selbstverständlich werden wie die Kinderbetreuung.“ Denn allzu oft würden sich Menschen erst an die Pflegehotline des Landes wenden, wenn schon etwas passiert sei: „Niederösterreich hat in den vergangenen Jahren bereits wichtige Akzente im Pflegebereich gesetzt. Wenn nun auch im Bund die Bedeutung des Themas erkannt wird, stimmt mich das sehr hoffnungsvoll.“

„Wer den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken möchte, muss die Einsamkeit entschieden bekämpfen.“ Caritas-Präsident Michael Landau

Schon in guter Tradition ging der Caritas-Abend gemeinsam mit den NÖN als Medienpartner über die Bühne. Moderator und NÖN-Chefredakteur Daniel Lohninger warf die Frage auf, ob es denn ein Rezept gegen zunehmende Einsamkeit gebe. Sowohl Landau als auch Teschl-Hofmeister empfahlen einen Weg des guten Miteinanders. Das Ehrenamt sei der Schlüssel, um den Zusammenhalt zu stärken, betonte Teschl-Hofmeister. Landau: „Wer den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken möchte, muss die Einsamkeit entschieden bekämpfen.“ Knapp 10.500 Freiwillige seien alleine in Niederösterreich für die Caritas tätig und würden täglich Großes leisten.

Klosterneuburg ist in vielem vorbildlich

Eine freiwillige Helferin aus dem Lerncafé Klosterneuburg schilderte, wie viel Freude diese Tätigkeit macht, und ermutigte alle, es doch auch zu versuchen. In den Caritas-Lerncafes erhalten benachteiligte Schülerinnen und Schüler gratis Nachhilfe. Landau ergänzte, dass die Lerncafes ein Erfolgsmodell seien, denn fast alle Schülerinnen und Schüler schaffen das jeweilige Schuljahr.

Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager und der Kämmerer des Stiftes Klosterneuburg, Walter Simek, strichen die Wichtigkeit der Caritas-Arbeit für Klosterneuburg hervor. So befinden sich in Klosterneuburg nicht nur ein Lerncafé und ein Pflegewohnaus der Caritas, die Hilfsorganisation stellt vor Ort auch Notwohnungen zur Verfügung und hat sich als Initiator der Initiative „Gut leben mit Demenz“ hervorgetan, die seit drei Jahren über Klosterneuburg hinaus als gelungenes Projekt im Kampf gegen das Vergessen für Schlagzeilen sorgt. Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner – selbst Klosterneuburger – freute sich, so viele Gäste im Festsaal der Raiffeisenbank begrüßen zu können, und betonte die Bedeutung der vielen Initiativen wie „Klosterneuburg hilft“.

Musikalisch begleitet wurde der Caritasabend von Sängerin Sarah Wolf.