Kohlwickel gegen Gelenksbeschwerden

Probiert es doch einfach einmal aus: Klosterneuburgs Gesundheitsexperte Hademar Bankhofer über ein altes Hausmittel aus Großmutters Zeiten.

Erstellt am 23. November 2021 | 07:12
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Geheimtipps von Hademar Bankhofer
Foto: Bankhofer

Kohl ist ein überaus gesundes Wintergemüse, ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Doch sowohl im Weiß- als auch im Grünkohl stecken wertvolle Bioaktivstoffe, die hervorragend auch äußerlich bei entzündeten, schmerzenden Gelenken eingesetzt werden können. Der Kohlwickel ist ein altes Hausmittel, das unsere Großmütter mit großem Erfolg angewendet haben. Und so wird er durchgeführt:

  • Lösen Sie vom Grünkohl oder Weißkohl etwa vier große, schöne Kohlblätter. Legen Sie sie auf ein Küchenbrett und schneiden Sie mit einem scharfen Messer die starke Mittelrippe heraus. Diese könnte auf der Haut drücken und als unangenehm empfunden werden. 
  • Dann sollten Sie die Blätter ganz kurz heiß waschen. Sie dürfen nicht kalt sein. 
  • Danach walken Sie sie aus, damit der Saft austritt. Verwenden Sie aber kein Nudelholz. Es würde zu viel Saft aufsaugen. Besser: Sie nehmen eine Glasflasche oder „verkleiden“ das Nudelholz mit einer Kunststofffolie. 
  • Jetzt waschen Sie die schmerzenden Körperstellen warm ab, legen dann die Kohlblätter auf und wickeln ein trockenes Baumwolltuch darüber. Sie können dann zusätzlich mit einer elastischen Binde die Kohlblätter fixieren.
  •  Lassen Sie den Wickel einige Stunden einwirken, am besten über Nacht.

Der Kohlwickel hilft besonders bei Arthrose der Kniegelenke. Er kann aber auch bei Rheuma an jeder Körperstelle und bei Krampfadern angewendet werden. Und warum wirkt dieses alte Hausmittel? Was unsere Großmütter instinktiv gespürt haben, kann man heute wissenschaftlich nachweisen. Bei den Bioaktivstoffen in den Weißkohl- und Grünkohlblättern handelt sich um spezielle Flavonoide und Senföl-Glykoside, die vor allem bei Entzündungen abschwellend und schmerzstillend wirken. Der Kohlwickel wirkt nicht gleich beim ersten Mal. Man muss Geduld haben. Das ist aber bei fast allen pflanzlichen Naturkräften so.