Neues Konzept für ÖJAB-Haus. Asyl-Landesrat Gottfried Waldhäusl zieht positive Bilanz über die ersten zwölf Monate. Nun wird ein neues Konzept entwickelt.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 08. November 2019 (03:07)
Sie entwickeln zusammen ein neues Konzept für das ÖJAB-Haus in Greifenstein: Kathrin Notheis, ÖJAB-Bereichsleitung Asyl, Landesrat Gottfried Waldhäusl und Monika Schüssler, ÖJAB-Geschäftsführung.
Büro Waldhäusl

Vor fast genau einem Jahr zogen die ersten Bewohner in das ÖJAB-Haus in Greifenstein ein. Auch für die Anrainer aus Höflein war das eine aufregende Zeit. Viele fühlten sich von der Landespolitik alleine und vor allem im Unklaren gelassen. Nun zog der zuständige Landesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ) eine durchaus positive Bilanz der letzten zwölf Monate.

Denn das Konzept, das in der unmittelbaren Nachbarschaft Höfleins umgesetzt wird, mauserte sich zum Vorzeigeprojekt in ganz Niederösterreich.

Neue Unterkunftsleitung

 „Mit der Asylunterkunft in Greifenstein wurde im Vorjahr ein höchst erfolgreiches Modell umgesetzt, in dem für die Bewohner – unbegleitete minderjährige Flüchtlinge – Tag für Tag Eigenverantwortung auf der Tagesordnung stand“, umreißt Asyl-Landesrat Gottfried Waldhäusl das von ihm im Vorjahr ins Leben gerufene Pilotprojekt im Bezirk Tulln. „Jetzt läuft das Pilotprojekt inklusive Sicherheitsdienst aus, die neue Unterkunftsleitung arbeitet aktuell an einem neuen Konzeptansatz.“

Die jungen Menschen haben vor ihrem Einzug im Herbst 2018 beim Umbau fleißig mitgearbeitet und so dem Steuerzahler sparen geholfen. „Danach war für die – in Vollauslastung – 48 Bewohner Eigenverantwortung gelebte Realität, alle nahmen proaktiv an Integrationsmaßnahmen teil, besuchten eine Schule beziehungsweise absolvierten eine Lehre. Das Mitwirken an handwerklichen und praktischen Tätigkeiten im Haus war eine Selbstverständlichkeit“, schildert Waldhäusl die Modalitäten im Vorzeigeprojekt. „Auch ein Sicherheitsdienst vor Ort, die Einbindung der regionalen Sicherheitskräfte und der betroffenen Gemeinden trugen zu
einem erfolgreichen Ablauf bei.“

„Jetzt läuft das Pilotprojekt inklusive Sicherheitsdienst aus, die neue Unterkunftsleitung arbeitet aktuell an einem neuen Konzeptansatz.“ Gottfried Waldhäusl Asyl-Landesrat (FPÖ)

Sinkende Zahlen im Versorgungsbereich und die Tatsache, dass etliche Jugendliche mit Erreichen der Volljährigkeit das Quartier verlassen haben, zeigen nun Auswirkungen. „Ende 2019 werden nur noch etwa 17 unbegleitete Minderjährige im Haus versorgt werden, 2020 könnten es rasch nur noch bis zu unter zehn Personen sein. Eine neue Unterkunftsleitung wird das Konzept daher in eine völlig neue Richtung lenken, beispielsweise wird das Quartier künftig nicht nur von unbegleiteten Minderjährigen bewohnt, sondern auch von Erwachsenen. Einige Erwachsene sind ja bereits eingezogen“, informiert Waldhäusl. „Das damals von mir installierte, bewährte Modell ‚Greifenstein‘ wird allerdings für mich sicherlich auch in Zukunft ein guter Denkansatz für weitere Projekte sein – was im NÖ Asyl-Notfallsplan auch so vorgesehen ist.“