Wahlkampfposse um Landesklinikum Klosterneuburg?

Erstellt am 25. Jänner 2023 | 05:24
Lesezeit: 3 Min
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Laut SPÖ-Nationalrat Rudolf Silvan droht die Schließung einer Station. Der Ärztliche Direktor Herbert Huscsava weist die „Desinformationen“ zurück.
Foto: Foto Landesklinikum, Parlamentsdirektion/PHOTO SIMONIS
Schließung einer internen Abteilung droht, sagt SPÖ. LK dementiert.

Mit dieser Meldung ließ die SPÖ aufhorchen: Die Partei will herausgefunden haben, dass einer internen Abteilung im LK Klosterneuburg die Schließung droht. Rudolf Silvan, Nationalrat und Mitglied im Parlaments-Gesundheitsausschuss, habe diesbezüglich Informationen. Und: Die „sollen dem zuständigen Landesrat Stephan Pernkopf, aber auch der Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, schon seit geraumer Zeit vorliegen“, lässt die Partei wissen.

Was ist da dran? Die Direktoren des LK dementieren vehement. Die SPÖ hingegen beruft sich auf angebliche Interna. Woher die stammen? „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir unseren Kontakt, den wir sehr sorgfältig verifiziert haben und als äußerst verlässlich einstufen können, nicht nennen dürfen“, sagt ein Sprecher.

SPÖ-Silvan sieht Personalmangel

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SPÖ-Nationalrat Rudolf Silvan
Foto: Landesklinikum, Parlamentsdirektion/PHOTO SIMONIS

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien schon informiert worden, zitiert die SPÖ ihren Kontakt – „mit dem Hinweis, dass vor der Landtagswahl keine Info nach außen dringen darf.“ Notwendig sei eine (mögliche?) Schließung laut SPÖ wegen Personalmangels. Ein Zeitrahmen ist der Partei nicht bekannt. Fest steht für einen Sprecher Silvans aber: „Die Versorgungsqualität im Einzugsgebiet der Klinik wird sich verschlechtern. Dies ist ein weiterer Schritt zur Ausdünnung unseres Gesundheitssystems, vor allem die ÖVP drängt in Richtung Privatisierung des Gesundheitssystems.“ ÖVP ist das Stichwort – denn von der fordert Silvan Konsequenzen: den Rücktritt des zuständigen Landesrats Stephan Pernkopf.

LK: „Desinformation“, Station hat Leistungsplus

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Ärztlicher Direktor Herbert Huscsava
Foto: Landesklinikum, Parlamentsdirektion/PHOTO SIMONIS

Ein Sprecher von eben diesem will nicht auf „derartige Wahlkampfaktionen“ reagieren. Wer aber was zu sagen hat, ist das Führungsduo des LK selbst – und entgegnet dem von der SPÖ beschworenen Redeverbot: „Eine Schließung der internen Abteilung am Landesklinikum Klosterneuburg dementieren wir“, erklärt der Kaufmännische Direktor Hans Casper. Und Herbert Huscsava, Ärztlicher Direktor, appelliert: „Wir ersuchen im Zusammenhang mit Desinformationen hinsichtlich Schließungen um Rücksichtnahme auf all jene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die an der Abteilung Innere Medizin arbeiten.“

Trotz schwierigem Arbeitsmarkt sei das LK bemüht, freie Stellen rasch zu besetzen. Direktor Casper unterstreicht die Wichtigkeit der Abteilung: Die Interne „erfülle einen essenziellen Versorgungsauftrag und übernimmt etwa die kardiologische Grundversorgung der umliegenden Bevölkerung.“ Oder die onkologische. Und durch die Remobilisation und Nachsorge können Patientinnen und Patienten von anderen Klinikstandorten übernommen und dort bei der Wiedererlangung der Selbständigkeit unterstützt werden. Casper bilanziert: „In allen Bereichen der Inneren Medizin konnten die Leistungszahlen in den vergangenen Jahren erhöht werden, was nur durch den hohen persönlichen Einsatz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglich war.“

Und was sagen die Angestellten selbst? Sie erzählen, dass eine der drei internen Abteilungen gesperrt sei – um anderwertige Kapazitäten zu schaffen, etwa für stationäre Covid-Fälle, deren Anzahl derzeit wieder steigt. Die Station selbst sehe man aber nicht in Gefahr: „Wenn die Interne geschlossen ist, ist das ganze Krankenhaus geschlossen.“ Und das sei unrealistisch: Das LK Klosterneuburg habe seine Versorgungsrelevanz längst bewiesen, ist der Insider sicher.