Nach Inspektion: Ein „Paradies“ für Tiere. Nach anonymen Anschuldigungen gegen Landwirt Fanta stattete Behörde dem Hof einen Besuch ab. Amtstierarzt Herbrüggen: „In vieler Weise haben es die Tiere paradiesisch.“

Von Claudia Wagner. Erstellt am 14. Juli 2019 (04:01)
Wagner, privat
Ein anonymer Schreiber kritisierte den Unterschlupf für Schafe auf den Weiden schwer (Bild rechts). Beim Lokal-Augenschein von Amtstierarzt suchten die Tiere den natürlichen Schatten. Herbrüggen: Unter dem Anhänger „sind nur so viele, wenn es Futter gibt, sonst gehen sie herum und liegen unter Bäumen.“

„Zentimeterhoch im eigenen Dreck“, „schrecklich“, „solche Zustände“ – in einem anonymen Schreiben attackiert ein selbst ernannter „Tierfreund“ Landwirt Johann Fanta und seinen Bauernhof.

NOEN

Der unbekannte Autor kritisiert: Die Schafherde müsse sich im Sommer unter einem mit Plane abgedeckten Anhänger verkriechen, der Kuhstall sei im Winter verschmutzt. Auf die schweren Vorwürfe ist eine unangekündigte Inspektion gefolgt – „Den Tieren geht es gut“, versichert Amtstierarzt Holger Herbrüggen.

Der Behördenmitarbeiter hat dem Kierlinger Hof vergangene Woche einen unangemeldeten Besuch abgestattet. Herbrüggen: „In vieler Weise haben es die Tiere paradiesisch“, schildert der Veterinär. Die Tiere bekommen genug Futter, können in den Wald hinein, wenn sie Schatten suchen. Der vom anonymen Autor bekrittelte Unterschupf für Schafe „ist desolat, aber daneben ist gleich ein Baum mit Schatten und der Wald“, betont Herbrüggen.

„Die Kühe können den trockenen Raum aufsuchen. Ich schreite ein, wenn sie im Dreck liegen müssen, das ist hier nicht der Fall.“ Holger Herbrüggen, Amtstierarzt BH Tulln

Dass auf dem Foto im Schreiben alle Schäfchen unter dem Anhänger sind, sei eine Moment-Aufnahme. „Dort sind nur so viele, wenn es Futter gibt, sonst gehen sie herum und liegen unter Bäumen“, erklärt der Experte. Die Tiere – Schafe und Kühe – werden gut genährt, zweimal pro Tag fährt der Landwirt zu den Weiden. Herbrüggen: „Die Tiere sind gut genährt, kommen, wenn man Futter bringt, die Wiesen sind nicht abgefressen.“ Und apropos Nahrung: Gefüttert werden teilweise Essensreste, aber „nichts Schlechtes, das wird fein aussortiert.“

Neben den Weiden inspizierte die Behörde auch das Winterquartier, wo Kühe angeblich „im eigenen Dreck stehen“. Auch diese Kritik kann der Veterinär nicht unterschreiben: „Die Kühe können jederzeit den trockenen Raum aufsuchen. Ich schreite ein, wenn sie im Dreck liegen müssen, das ist hier nicht der Fall.“ Oft stehen die Rinder gern im Regen – das schaue nicht schön aus, aber die Möglichkeit, reinzugehen, sei im Stall gegeben. Die Checkliste des Amtstierarztes – Futter, Wasser, Unterschlupf – ist erfüllt.