Attentat in Dornbirn: „Das vergisst man nicht“. Das Attentat auf einen Mitarbeiter der BH Dornbirn weckt in Klosterneuburg böse Erinnerungen an den 11. März 2011, als die Cobra ausrücken musste.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 13. Februar 2019 (05:00)
Hornstein
11. März 2011: Der damalige Bezirkshauptmann Wolfgang Straub erinnert sich an das Attentat in der Bezirkshauptmannschaft Klosterneuburg.

Noch immer ist ganz Österreich aufgrund des Attentats in der Bezirkshauptmannschaft Dornbirn geschockt. Ein 34-jähriger Asylwerber aus der Türkei hat am Mittwochnachmittag der Vorwoche einen 49-jährigen Behördenmitarbeiter mit einem Küchenmesser erstochen. Das Opfer erlag noch an Ort und Stelle seinen schweren Verletzungen.

Da werden auch in Klosterneuburg Erinnerungen wach. Am 22. März 2011 war der Leiter der Forstabteilung der Verwaltungsbehörde des inzwischen aufgelösten Bezirks Wien-Umgebung in Klosterneuburg vom 58-jährigen Alfred Fuchs aus Wolfsgraben mehrmals angeschossen worden. Der 56-Jährige erlag zwei Wochen später im AKH Wien seinen Verletzungen.

„Auf die Mitarbeiter wurde besonderes Augenmerk geworfen, denn die tun mir heute noch leid. “ Wolfgang Straub, ehemaliger Bezirkshauptmann WU

Fuchs hatte eine Mitarbeiterin sechs Stunden lang als Geisel genommen. Nach der Befreiung richtete sich Fuchs selbst. Auslöser für die Tat war ein jahrelanger Streit mit der Behörde um illegale Aufschüttungen auf dem Grundstück des Mannes, in Folge dessen auch seine Pferde versteigert und von einem Verein versorgt werden hätten sollen.

„Durch das Dornbirner Attentat wird die Geiselnahme in Klosterneuburg plötzlich wieder sehr präsent, und jedes Detail kommt wieder hoch. So etwas vergisst man nicht“, sind beim damaligen Bezirkshauptmann Wolfgang Straub die Erinnerungen an dieses schreckliche Ereignis immer noch präsent. Als Bezirkshauptmann und Einsatzleiter hat er damals jedes Detail mitbekommen.

Die Wahnsinnstat löste sofort Sicherheitsmaßnahmen aus, die heute noch in ganz Niederösterreich Geltung haben. Straub: „Jeder Arbeitsplatz wurde sofort mit einer Notfallstaste mit direkter Verbindung zur Polizei ausgerüstet.“ Auch über die PCs konnte man mit einer bestimmten Taste Alarm auslösen, der dann auf allen Schirmen sichtbar war. Ein bis zwei Security-Personen wurden abgestellt und angewiesen, ständig die Augen offen zu halten, und außerhalb des Parteienverkehrs wurde der freie Zugang in das Gebäude untersagt.

„Auf die Mitarbeiter wurde besonderes Augenmerk geworfen, denn die tun mir heute noch leid. Die haben so viel mitgemacht“, so Straub weiter. Mitarbeiterschulungen waren die Folge, die darauf abzielten, sich in heiklen Situationen richtig zu verhalten. „Und das hat sich sicher ausgezahlt, denn nur ein bis zwei Monate später nach der Katastrophe wollte ein Ausländer in der Fremdenabteilung nur von einem Mann bedient werden und nicht von einer der drei weiblichen Mitarbeiterinnen. „Er drohte, falls man sein Anliegen nicht erfüllte, dass es dann nicht den ersten Todesfall in der Bezirkshauptmannschaft gäbe. Diese Drohung veranlasste die Mitarbeiterin, die Notfallstaste zu drücken. Minuten später wurde der Mann von der Polizei verhaftet“, erzählt Straub.

Auch ein Tatzeuge – der Trafikant Fritz Oreskovic – wird dieses Ereignis am 11. März niemals vergessen. „Ich war auf dem Weg in die Billa-Filiale in der Leopoldstraße, als ich zwei Schüsse hörte. Diese Schüsse höre ich heute noch.“