Cernusca übersiedelt mit seiner Bergrettung. Klosterneuburger Landes-Leiter schätzt die neuen Möglichkeiten in St. Pölten und betont Wichtigkeit der Organisation.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 09. April 2021 (03:36)
Dort, wo jetzt noch der ÖAMTC seinen Stützpunkt hat, wird im Frühjahr 2022 die Bergrettung Niederösterreich/Wien einziehen. In der Schulze-Delitzsch-Straße in St. Pölten werden die Retter dann auch genügend Platz für Schulungen und Besprechungen haben.
Bergrettung NÖ/Wien, Bergrettung NÖ/Wien

Niederösterreichs oberster Bergretter ist Klosterneuburger. Matthias Cernusca übersiedelt nun mit der Zentrale der Niederösterreichischen Bergrettung von Wien in die Landeshauptstadt St. Pölten.

„Viele fragen mich, warum ich ausgerechnet als Klosterneuburger der Leiter der Bergrettung bin“, witzelt Cernusca, der trotz der mäßig hohen Berge in der Babenbergerstadt über einiges an alpiner Erfahrung aufweisen kann. Vor zehn Jahren hat er den Entschluss gefasst, sich näher mit dem Bergrettungswesen auseinanderzusetzen. Er hat alle Ausbildungen gemacht und ist nun seit vier Jahren Leiter der Organisation Wien/Niederösterreich.

„Viele fragen mich, warum ich ausgerechnet als Klosterneuburger der Leiter der Bergrettung bin.“ Matthias Cernusca, Leiter der Bergrettung NÖ/Wien

Ausbildungen sind es auch, die in St. Pölten künftig besser funktionieren sollen. Die Wiener Zentrale war zu klein, es gab kaum Schulungs- und Besprechungsräume. 1.400 ehrenamtliche Mitarbeiter zählt die Bergrettung. Diese müssen regelmäßig geschult und trainiert werden. Platz wird auch für die Einsatzfahrzeuge und die Logistik benötigt. „Bisher mussten wir uns in Wirtshäuser oder Turnsäle einmieten. In der neuen Landesstelle wird alles unter einem Dach möglich sein“, freut sich Landesleiter Matthias Cernusca auf den Umzug im Frühling 2022. Übersiedelt wird in den jetzigen Stützpunkt des ÖAMTC. 1,3 Millionen Euro kostet der Umbau zur Bergretter-Zentrale, 330.000 Euro zahlt das Land. „Viel umgebaut wird nicht. Wir wollen nachhaltig das Gebäude nutzen“, verspricht Cernusca.

Ein Klosterneuburger ist Leiter der Bergrettung. Nun zieht Matthias Cernusca mit seinem Team um.
charakter.photos/Philipp Monihart, charakter.photos/Philipp Monihart

Die Berge in der Nähe der Landeshauptstadt kennt Cernusca jedenfalls schon, denn er kommt in seiner Funktion viel herum. Als „Schreibtischtäter“ würde er sich deshalb nicht gerade bezeichnen. Mit dabei war der Klosterneuburger auch bei einem Einsatz vor zwei Wochen. Vier Skitourengeher mussten dabei vom Ötscher gerettet werden. Das zeige auch ganz aktuell, wie wichtig die Bergrettung ist. Eigentlich wichtiger denn je, denn gerade zu Corona-Zeiten treibt es die Leute regelrecht in die Natur – und da besonders auf die Berge.

Die Berge in seinem Aufgabengebiet findet Matthias Cernusca übrigens alle schön. Noch ein bisserl schöner als alle anderen ist für ihn aber der höchste Berg des Bundeslandes, nämlich der 2.076 Meter hohe Schneeberg.