Der Traum geht im Sommertheater weiter. Intendantinnen kündigen Komödie „Ein idealer Gatte“ von Oscar Wilde für 2020 in St. Martin an.

Von Ewald Baringer. Erstellt am 21. September 2019 (03:02)
Ulrich Öhlinger
Vom Esel zum idealen Gatten: Die beiden Intendantinnen Julia Prock-Schauer und Johanna Rieger blicken auf eine gute Saison zurück und haben schon konkrete Pläne für 2020.

Der letzte Applaus zu William Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ im Park von St. Martin ist längst verklungen, aber das Resümee ist nachhaltig. “Viel gutes Feedback“ haben Johanna Rieger und Julia Prock-Schauer, die beiden Intendantinnen des Sommertheaters Klosterneuburg, erhalten. Und so blicken sie auch zufrieden auf eine spannende fünfte Spielzeit zurück und sind noch immer begeistert von ihrem Publikum. Insgesamt 1.300 Besucher waren bei den zwölf Vorstellungen zugegen, von denen nur zwei witterungsbedingt nicht im Freien stattfinden konnten.

Unterstützung durch Stadt und Pfarre

Der Aufwand war diesmal beträchtlich, wiewohl Riegers Fassung auf neun Mitwirkende zugeschnitten war. So kam diesmal etwa ein 100-Kilogramm-Beamer für die Projektionen zum Einsatz. Und besonders zu schätzen wissen Rieger und Prock-Schauer die „tolle Unterstützung“ durch Stadtgemeinde und Pfarre. So hat das Happyland zum Beispiel die Bühnenpodeste zur Verfügung gestellt.

„Viele sagen: ,Den schönen Platz hab ich noch gar nicht gekannt‘“. Johanna Rieger und Julia Prock-Schauer, Intendanz des Sommertheaters

Klar ist jedenfalls: Es hat sich wieder gelohnt. Und so manche Besucher zeigten sich auch vom Spielort überrascht. „Viele sagen: ,Den schönen Platz hab ich noch gar nicht gekannt‘“, berichten die beiden engagierten Theaterfrauen, die nun die bereits sechste Saison am dritten Aufführungsort hinter sich haben. Hier, in St. Martin, fühlen sie sich willkommen und angekommen. Und hier – das wurde der NÖN bereits verraten – wird auch die siebente Saison des Sommertheaters Klosterneuburg über die Bühne gehen, und zwar mit der Komödie „Ein idealer Gatte“ von Oscar Wilde.

Mit Wilde hat das Sommertheater im Jahr 2014 auch begonnen. Damals stand „Bunbury“ auf dem Spielplan, zwei Jahre später gab es „Lady Windermeres Fächer“. Nun also nochmals Wilde – ideales Repertoire, unterhaltsam und geistreich, oftmals verfilmt und voll wunderbarer Zitate („Ich liebe es, über nichts zu reden. Das ist das Einzige, wovon ich etwas verstehe“).

Langweilig wird beiden Damen bis zum nächsten Sommer nicht werden. Abgesehen davon, dass die Vorbereitungen ja ab sofort beginnen, gibt es auch noch etliche eigene Projekte. Julia Prock-Schauer hat eine Theaterfassung des Romans „Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen erarbeitet, die unter anderem im November im Amtshaus Wien-Meidling zu sehen sein wird, und wirkt in einigen Ensembles, darunter auch Kindertheater, mit.

Und Johanna Rieger fiebert schon der Premiere ihrer „Kabarödie“ (sic!) namens „Die Ignorantin und die Wahnsinnige“ am 9. Oktober um 20 Uhr im Wiener Metropoldi entgegen. Rieger: „Kein Thomas-Bernhard-Stück! Eine Mischung aus gesellschaftskritisch, satirisch und komisch.“