Fünf Banküberfälle in fünf Jahren: Raika will handeln. Nach Vorfall am Mittwoch in Weidlingerstraße kündigt Geschäftsführung Maßnahmen an.

Von Christoph Hornstein und Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 10. April 2019 (04:04)
LDP Niederösterreich
Dieser 49-Jährige verbreitete unter den Bankangestellten der Raiffeisenbank-Filialen Weidlingerstraße und Kierling Angst und Schrecken. Die Polizei hat ihn nun nach Hinweisen aus der Bevölkerung dingfest gemacht.

Fünf Banküberfälle gab es in den letzten fünf Jahren auf Klosterneuburger Banken. Jedes Mal traf es Filialen der Raiffeisenbank. Und zwar zweimal Kierling und je einmal die Filialen in Kritzendorf, in der Weidlingerstraße und die Zentrale am Rathausplatz. Nach dem Vorfall am vergangenen Mittwoch hat auch die Geschäftsleitung beschlossen, Maßnahmen zu treffen.

„Aufgrund der gehäuften Überfälle haben wir die Verpflichtung, unsere Kunden und Mitarbeiter zu schützen“, so der Direktor der Raiffeisenbank Klosterneuburg, Thomas Kriz. So sollen vor dem Eingang der Filialen Kameras installiert werden, vor die sich jeder Kunde vor Eintritt stellen muss. Die Mitarbeiter können das Gesicht kontrollieren und, wenn es nicht erkennbar ist, den Zutritt verwehren.

„Das ist natürlich kein umfassender Überfallschutz, könnte aber so manchen Täter im letzten Moment davon abhalten, sein Vorhaben zu verwirklichen“, meint Kriz. Diese Maßnahme soll so schnell wie möglich – heuer noch – umgesetzt werden. Und das scheint auch notwendig, auch wenn die letzten beiden Bankräuber verhaftet werden konnten. Jenem, der für die Überfälle in Kierling im Dezember und vergangenen Mittwoch in der Filiale in der Weidlingerstraße verantwortlich war, wurde noch am Donnerstag das Handwerk gelegt.

Bei Durchsuchungen Beweise gefunden

„Durch Hinweise aus der Bevölkerung und akribische Ermittlungsarbeit konnte zunächst das Fluchtfahrzeug gefunden werden“, berichtet LPD-Sprecher Raimund Schwaigerlehner von der heißen Spur, die in weiterer Folge zur Verhaftung des Bankräubers führte. Der Wohnort des 49-jährigen Mannes war unweit von den Tatorten entfernt. Er ist also ortskundig, hat in der Nähe der Banken sein Auto mit gestohlenen Kennzeichen abgestellt.

Nach dem Überfall in der Weidlingerstraße ist er zum Auto geeilt und hat von dort die Flucht mit dem Fahrzeug fortgesetzt. Über die Alleestraße dürfte er in seinem Auto entflohen sein, die Kennzeichen stammten von einem als gestohlen gemeldeten Fahrzeug. Die Polizei leitete sofort eine Fahndung ein und rief die Bevölkerung zur Mithilfe auf.

Die Fahndung zeigte zunächst keinen Erfolg, sehr wohl aber die vielen Hinweise aus der Bevölkerung. „Die Verdachtsmomente erhärteten sich zusehends. Bei einer Hausdurchsuchung wurden die gestohlenen Kennzeichen gefunden, die Kleidung, mit der der Überfall begangen wurde, ein Teil der Raubbeute und auch die Waffe wurden sichergestellt“, so Raimund Schwaigerlehner. Bei der Einvernahme zeigte sich der 49-Jährige zu beiden Taten geständig.

Über Anordnung der Staatsanwaltschaft Korneuburg wurde er in die dortige Justizanstalt eingeliefert.