Grippewelle: Nach Flut im Vorjahr heuer Ebbe. Erst ein Fall im Landesklinkum. Hygiene und Händewaschen als beste Medizin.

Von Claudia Wagner. Erstellt am 14. Februar 2019 (04:54)
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Ist es eine „echte“ Grippe, oder doch nur ein grippaler Infekt? Wenn Husten, Schnupfen, Heiserkeit gepaart mit Fieber und Muskelschmerzen den Körper lahmlegen, stellen sich Krankensessel eine Frage: Hat mich die Influenza erwischt? Momentan eher unwahrscheinlich. Denn die große Flut der Grippewelle bleibt aus.

Das bestätigt auch Renate Haushofer, Sprecherin des Landesklinikums Klosterneuburg: „Heuer bemerken wir bisher kein erhöhtes Patientenaufkommen aufgrund von Influenza.“ Nur eine einzige Patientin musste mit positivem Schnelltest stationär im Krankenhaus aufgenommen werden.

„Händeschütteln und Begrüßungsküsse während der Grippezeit sind nicht ratsam.“ Renate Haushofer, Sprecherin Landesklinik Klosterneuburg

Nach dem influenza-intensiven Vorjahr herrscht heuer also Ebbe. Vorsicht ist dennoch geboten: Die „echte“ Grippe kann nämlich Komplikationen wie Lungen- oder Herzmuskelentzündung mit sich bringen. Besonders gefährdet sind Patienten mit vorbestehenden Grunderkrankungen oder Abwehrschwäche.

Damit es gar nicht erst soweit kommt, empfiehlt Haushofer, in der Grippezeit auf Sauberkeit und Hygiene zu achten: „Die Hände gründlich mit Wasser und Seife oder Desinfektionsmittel waschen. Das Berühren von Augen, Nase, Mund mit ungewaschenen Händen vermeiden.“ Aber nicht nur das: Gerade bei zwischenmenschlichen Kontakt kann sich die Tröpfcheninfektion leicht verbreiten.

„Händeschütteln und Begrüßungsküsse während der Grippezeit sind nicht ratsam, Menschenansammlungen sollte man meiden“, appelliert die LK-Sprecherin.

Wenn die „echte“ Grippe trotzdem zuschlägt, ist ein typischer Krankheitsverlauf erkennbar: Hohes Fieber, das charakteristisch sehr plötzlich beginnt. Starker Husten, heftige Muskel- und Gliederschmerzen begleiten die hohe Temperatur. Dann sollte man zum Doktor. „Ein Influenza-Schnelltest beim Hausarzt bringt Klarheit, ob es sich um
eine ,echte Grippe‘ oder nur um einen grippalen Infekt handelt“, erklärt Haushofer.

Ansteckungs-Schutz durch Impfung

Ist man selbst erkrankt, ist es wichtig, andere zu schützen. Haushofer: „Mundschutz verwenden oder ein Papiertaschentuch vor Mund und Nase halten und nach dem Niesen entsorgen.“ Auf der sicheren Seite ist man mit

einem kleinen Stich, den auch die Experten in Kauf nehmen. „Die Belegschaft des Klinikums nimmt gerne im Herbst das betriebsärztliche Angebot einer Grippeimpfung wahr. Einerseits, um sich selbst, andererseits, um Patienten vor Ansteckung zu schützen“, so die Sprecherin.

Nicht nur für Mediziner ist die Spritze sinnvoll. Zu dem Pieks rät auch NÖGKK-Chefärztin Michaela Stitz: „Für die Schutzimpfung ist es noch nicht zu spät – sie kann auch jetzt noch durchgeführt werden.“