Johanna Mikl-Leitner: „Mehr Frau tut gut!“. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und die beiden Stadträtinnen über das weibliche Rollenbild.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 06. März 2019 (03:05)
NLK/Pfeiffer
Johanna Mikl-Leitner 

Vor genau 100 Jahren erhielten die Frauen das Wahlrecht in Österreich. Seither sind sie nicht mehr aus dem politischen Leben wegzudenken. Aber noch immer stellen sie nur einen kleinen Teil der Politiker dar. Drei Politikerinnen, die es in der Kommunal- beziehungsweise in der Bundes- und Landespolitik weit gebracht haben, berichten über ihren Weg in dieser Männerdomäne.

Mit über 52 Prozent stellen Frauen den größten Bevölkerungsanteil in Klosterneuburg. Aber im Gemeinderat sind sie mit knapp 25 Prozent unterrepräsentiert. Zwei, die in den letzten Jahren viel in der Gemeindepolitik der Babenbergerstadt bewegt haben, sind die beiden Stadträtinnen Maria-Theresia Eder (ÖVP) und Martina Enzmann, die vor Kurzem ihr Mandat bei den Grünen zurücklegte. Für beide war und ist es ausschlaggebend, die Stadt noch lebenswerter zu machen. Für Eder, deren Ressort neben Frauen und Familien auch die Bildung enthält, ist auch die Weiterentwicklung Klosterneuburgs als Bildungsstadt wichtig.

„Für mich persönlich war es in der Vergangenheit nie ein Nachteil, eine Frau zu sein.“ Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner

Für die beiden spielt gerade im Umgang mit anderen Politikern deren Geschlecht keine Rolle. „Die Zusammenarbeit mit Männern ist so wie mit Frauen, mit manchen einfacher, mit manchen schwieriger“, erklärt Enzmann. Dem stimmt auch Eder zu: „Auch innerhalb von Frauen und Männern gibt es eine natürliche Bandbreite der charakterlichen Eigenschaften.“

Persönlicher Einsatz & individuelle Fähigkeiten

Dieser Meinung ist auch jene Frau, die es als erste an die Spitze des Landes geschafft hat. Johanna Mikl-Leitner ist seit fast genau zwei Jahren Landeshauptfrau und somit erst die dritte Frau österreichweit, die diese Funktion innehat. Erst 1995 kam sie in die Politik. „Ich bin bis heute sehr glücklich, dass ich damals den Mut hatte, diesen Schritt zu machen“, will Mikl-Leitner auch andere Frauen ermutigen, in die Politik zu gehen. Und weiter: „Für mich persönlich war es in der Vergangenheit nie ein Nachteil eine Frau zu sein.“

Diese Meinung vertreten auch Eder und Enzmann. Vielmehr komme es auf individuelle Fähigkeiten und den persönlichen Einsatz an, um in der Politik etwas bewirken zu können. Aber eines ist für Mikl-Leitner auch sicher: „Ich bin fest überzeugt, mehr Frau tut gut!“

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