Personalrochade bei den Grünen: Zach und Enzmann gehen. Zwei Grüne Urgesteine verlassen den Gemeinderat. Wimmer: „Nachbesetzung ist schon beschlossen.“

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 20. Februar 2019 (04:28)
Zwazl, privat
Martina Enzmann will die Pension genießen.

Insgesamt haben sie 32 Jahre im Gemeinderat Klosterneuburg gedient. Martina Enzmann und Martin Zach. Beide sind sie also Grüne Urgesteine. Jetzt scheiden sie beide aus, was Fraktions-Chef Sepp Wimmer mehr als bedauert: „Wenn eine politisch erfolgreiche und persönlich harmonische Zusammenarbeit mit zwei engagierten Gemeinderäten nach so vielen Jahren endet, ist mehr als ein Gefühl der Wehmut vorhanden. “

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Martin Zach scheidet aus beruflichen und privaten Gründen aus.

Mit sofortiger Wirkung legt Martina Enzmann ihr Mandat zum Gemeinderat von Klosterneuburg zurück und scheidet aus der Kommunalpolitik aus. Als Stadträtin für Hochbau machte sich Enzmann in 19 Jahren als Mandatarin vor allem durch ihr besonderes Engagement in Klosterneuburg einen Namen. Sei es der Einsatz für die Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderungen, sei es ihr besonderes Engagement für den Erhalt des jüdischen Friedhofs oder der Einsatz für Tiere – Enzmann rang auch dem politischen Mitbewerben in ihrer Tätigkeit im Gemeindeparlament Respekt ab.

„Meine Projekte, die Restaurierung des jüdischen Friedhofes und die Tierhilfe Klosterneuburg, werde ich weiter in voller Intensität begleiten.“ Martina Enzmann

„Die Entscheidung fiel mir nicht leicht und sie ist wirklich wohlüberlegt“, so Enzmann, der es – wie sie sagt – viel Freude bereitete, als Gemeinde- und später als Stadträtin für das Grüne Team zu arbeiten.

Jetzt brauche sie aber alle Zeit für sich, und wer sie kennt, weiß, dass für sie halbe Sachen nichts sind. Deswegen ihr Entschluss. Enzmann will mit ihrem Ehemann ihre Pension genießen und ein wenig im Hintergrund noch mithelfen. „Meine Herzensprojekte, die Restaurierung des jüdischen Friedhofes und die Tierhilfe Klosterneuburg, werde ich weiter in voller Intensität begleiten“, verspricht die Ex-Stadträtin.

Martin Zach war 13 Jahre für die Grünen als Mandatar tätig. Er fiel durch sein juristisches Fachwissen und durch seine Kompetenz in der Raumplanung auf. „Meine berufliche und private Situation lässt die Tätigkeit als Gemeinderat nicht mehr zu“, begründet Zach seinen Schritt. Bei seinem 40- bis 50-Stunden-Job und der Tätigkeit als Grüner Gemeinderat käme das Privatleben einfach zu kurz. Obwohl Zach nach wie vor in Klosterneuburg verankert ist, verlagert sich sein Lebensmittelpunkt immer mehr nach Wien. Aber er schließt eine Rückkehr in die Politik nicht aus: „Mein grünes Herz ist gesund und munter, und daher werde ich bestimmt in die Politik zurückfinden.“

„Bei aller Wehmut über das Ausscheiden von Martina und Martin bin ich überzeugt, dass die ihnen nachfolgenden Personen mit ihrem persönlichen Engagement uns den Übergang erleichtern werden“, hat Fraktionschef Wimmer auch schon Nachfolger gefunden. Den Stadtrat wird Gemeinderätin Jacqueline Eschlböck übernehmen. Neu dazu kommen Ulrike Kobrna und Erich Wonka. Wimmer: „Erich Wonka ist ja ein alter Grüner Gemeinderats-Haudegen. Er war schon von 1995 bis 2010 Gemeinderat der Grünen.“ Gerade Erich Wonka werde als Geograf und Herausgeber zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen im Bereich der Raum- und Umweltplanung für die aktuell stattfindende Erstellung des neuen Stadtentwicklungskonzeptes und des geplanten Pionierviertels wichtige Inhalte einbringen.

Und Wimmer abschließend: „Die Grünen Klosterneuburg werden trotz dieser personellen Wechsel weiter engagiert ihre politische Arbeit für die Klosterneuburger Bevölkerung und die Erhaltung ihrer Lebensqualität in den Monaten bis zur kommenden Gemeinderatswahl im Jänner 2020 erbringen. Und dann werden die politischen Karten neu gemischt.“