Physikalisches Institut: Schaumstoffbrösel auf Haut?. Kundin erhebt schwere Vorwürfe bezüglich der Ausstattung. Geschäftsführer Kornfeld: „Ist alles schon bestellt.“

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 13. Februar 2019 (05:11)
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Ein zerrissener Massagetisch und kaputte Liegeteile. „Wie im tiefsten Russland“, meint eine Kundin.

„Das ist ja wie im tiefsten Russland“, empört sich Lydia Leydolf, Kundin im „Institut für Physikalische Medizin und Rehabilitation“ am Rathausplatz. Mit ihrer Empörung sei sie nicht allein und dokumentiert die Einrichtung mit Fotos, die sie an Ort und Stelle gemacht hat. Vorhänge, Liegerollen und Unterlagen sind zum Teil zerrissen und verschlissen. Geschäftsführer Helmut Kornfeld gibt Entwarnung: „Wir haben uns schon darum gekümmert. Die Teile sind bereits im Dezember bestellt worden. Die Produktion dauert leider lange.“

Lydia Leydolf ist seit September 2018 wegen Polyneuropathie im Physikalischen Institut in Behandlung. Ihre Kritik im Detail: „Die Vorhänge, die da hängen, sind sicher 30 Jahre alt. Die Massagetische sind aufgerissen, Körperunterlagen so aufgerissen, dass der zerbröselte Schaumstoff auf den Patienten klebt.“ Es sei aber das einzige Institut in Klosterneuburg, deshalb hätte sie für ihre Therapie keine Ausweichmöglichkeit.

„Die Teile sind bereits im Dezember bestellt worden. Die Produktion dauert leider lange.“ Helmut Kornfeld, GF Physikalisches Institut

Gleichzeitig lobt Leydolf aber das Personal: „Die sind dort schwer in Ordnung. Auch die Ärzte.“  Die NÖN kontaktierte den Geschäftsführer des „Institut für Physikalische Medizin und Rehabilitation“, Helmut Kornfeld. „Die Liegeteile werden oft ausgetauscht. Durch Massageöle wird das Sky-Material stark angegriffen“, rechtfertigt sich der Geschäftsführer.

Inventar wird ständig kontrolliert

Es sei eine Grazer Firma beauftragt, ständig das Inventar zu kontrollieren und zu erneuern. Darüber hinaus gäbe es natürlich eine Reinigungsfirma und periodische Kontrollen durch eine behördliche Sanitätseinschau. „Diese Liegeteile sind Verschleißteile und halten nicht länger als ein bis eineinhalb Jahre und sind auch schon wieder bestellt“, so Kornfeld weiter.

Das könne man auch nicht vorplanen, und die Lieferzeit sei leider sehr lang.

Geschäftsführer Helmut Kornfeld ist seit etwa 30 Jahren in diesem Bereich tätig, führt mehrere Institute und ist entsetzt über die Vorgangsweise der Kundin. „Ich bin schon so lange in diesem Geschäft, aber so etwas ist mir noch nicht untergekommen. Wenn es Probleme gibt, dann kann man sich doch erwarten, dass man sich an den Geschäftsführer wendet und nicht gleich an die Zeitung.“

Er höre zum ersten Mal von den Problemen, und er – Kornfeld – sei auch nie mit welchen konfrontiert worden. Die Erneuerung von Verschleißteilen sei ein automatisierter Prozess, der durch die Grazer Firma durchgeführt wird. Und Kornfeld abschließend: „Ein Schaden am Menschen ist hier sicher nicht entstanden.“