PUK-Kritik an Gas-Suche. Heftige Kritik äußert die PUK gegen die derzeit in der Stadt laufenden seismischen Messungen. Umweltgemeinderat Spitzbart (ÖVP): „Das ist Panikmache.“

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 16. Januar 2019 (04:13)
PUK
Ein Lastwagen samt Antennen und Dieselaggregat der beauftragten Vermessungsfirma befindet sich zwischen den Friedhöfen der Stadtgemeinde und soll dort laut PUK die Luft verpesten.

„Vibratoren“ ist der Fachausdruck für die Rüttel-Panzer, die derzeit die Tiefen des Klosterneuburger Erdbodens vermessen. Gleichzeitig wird mit sogenannten Geophonen die Erde abgehört. Der Grund für den Aufwand? Im Auftrag vom Bund sucht die OMV nach Gas und Erdöl. Die PUK (Plattform Unser Klosterneuburg) bringt gegen diese Aktivitäten harsche Kritik an. „Es gab eine einzige Infoveranstaltung der OMV zeitgleich mit der Gemeinderatssitzung und eine karge Meldung im Amtsblatt und auf der Homepage, das ist entschieden zu wenig“, sagt PUK-Sprecherin Teresa Arrieta.

Die vielen immer noch bestehenden Fragezeichen aus der Bevölkerung zeigten, dass hier eine viel umfassendere Information notwendig gewesen wäre.

Hauptaugenmerk liegt auf Erdgas-Suche

„Wenn Umweltgemeinderat Spitzbart sagt, es werde ebenso nach Heißwasser gesucht, dann stimmt das prinzipiell, ist aber trotzdem beschönigend“, so PUK-Gemeinderat Stefan Hehberger. „Laut OMV-Auskunft wird nach einer Erweiterung des bestehenden Gasfeldes Höflein geforscht.“ Alleine die Datenverarbeitung dauere zwei Jahre, bis man bohrt und womöglich zufällig auch Heißwasser findet, würden viele weitere Jahre vergehen. „Da sollte die Energiewende im Sinne des Klimaschutzes längst eingetreten sein. Wir bleiben dabei, dass Erdgassuche auch als sogenannte ‚Brückentechnologie‘ überholt ist, und die Millionen besser in Alternativenergie-Projekte investiert werden sollten. Hier müsste die OMV ihr Betätigungsfeld viel mehr ausweiten“, so Arrieta.

Die Bevölkerung frage sich zurecht, wer für etwaige Schäden an Häusern und für Straßenschäden der 26 Tonnen schweren Lkw aufkommen wird. Zwar hätte die OMV laut eigener Auskunft alle Gegebenheiten vorher abgefilmt, aber Beispiele von anderen Gemeinden würden zeigen, dass man bei Schadensersatzforderungen nicht unbedingt kooperativ ist.

Für Umweltgemeinderat Leopold Spitzbart war und ist die Information ausreichend. Es stimme zwar, dass das Hauptaugenmerk auf der Erdgas-Suche läge, aber das schließe den Funden nach nicht Warmwasser-Quellen aus.

Und zur Angst der Bevölkerung um ihre Häuser? „Das ist Panikmache der PUK. Es gibt wissenschaftliche Studien, die beweisen, dass den Gebäuden nichts passiert.“

Natürlich müsse man den Weg der Energiewende, weg von den fossilen Brennstoffen hin zu den erneuerbaren Energien, gehen, führt der Umweltgemeinderat weiter aus. „Wenn man aber weiß, dass in Klosterneuburg derzeit zu 79 Prozent mit fossilen Brennstoffen geheizt wird, macht es durchaus Sinn, bis eine volle Umstellung auf erneuerbare Energiequellen erfolgt ist, zumindest auf regional erzeugte Energie zu setzen“, so der Umweltgemeinderat. Derzeit flössen aus Klosterneuburg jährlich über 13,5 Millionen
Euro für Heizenergie ins Ausland. Um einen Teil dieses Geldes in Österreich zu halten und eine unabhängige Versorgung anzustreben, sei es naiv, zwischenzeitlich auf diese möglichen Ressourcen zu verzichten.

Dass Klosterneuburg trotzdem weiter die Energieversorgung mit erneuerbaren Energiequellen ausbaut, würde man schon am Ausbau der Fernwärme, die ja mit Holzhackgut betrieben wird, sehen. Das scheine der PUK entgangen zu sein.

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