Sanierung der Nepomuk-Brücke erhitzt die Gemüter. Gemeinderat Hofbauer kritisiert: „Man hätte sofort handeln müssen.“

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 20. Juli 2019 (03:53)
Hornstein
Bis Ende August bleibt die Nepomukbrücke in der oberen Stadt gesperrt und behindert weiter den Verkehr zwischen Oberer und Unterer Stadt.

Die schon ein halbes Jahr andauernde Sperre der Johannes Nepomuk Brücke ist ein wesentlicher Bestandteil des für viele Klosterneuburg ärgerlichen Baustellensommers 2019. Für Gemeinderat Peter Hofbauer (Liste Peter Hofbauer) stellt aber nicht nur die Verkehrsbehinderung einen Grund für scharfe Kritik dar.

Er wittert schwere Mängel: „Durch unglaubliche Schlamperei, möglicherweise auch fehlende Fachkenntnis und Erfahrung wurde nicht nur Gefahr für Gesundheit und Leben, sondern auch wesentlich höherer Belastungen für die Steuerzahler und Monate dauernde Verkehrsbehinderungen in Kauf genommen.“

Am 14. Dezember 2018 stürzte das linke Widerlager – also dort, wo die Brücke aufliegt – ein. Eine sofortige Sperre wurde veranlasst und die Brücke unterstellt, um sie abzusichern. Doch schon eine Woche vorher waren bei einer laufenden Kontrolle der Stadtgemeinde Risse wahrgenommen worden. „Der Sanierungsbedarf war bereits bekannt und eine Sanierung für 7. Jänner 2019 geplant“, war in einer Aussendung der Stadtgemeinde zu lesen.

Gefahr in Verzug und nicht gehandelt?

Und genau dort hakt Gemeinderat Hofbauer ein. Seiner Meinung nach hätte die Brücke sofort nach Feststellung der Risse gepölzt und die dazugehörigen Gehsteige und Straßen unverzüglich wegen Gefahr in Verzug für jeglichen Fußgänger- und Straßenverkehr gesperrt werden sollen.

Hofbauer: „Einem glücklichen Zufall ist es zu verdanken, dass durch die Versäumnisse niemand zu Schaden gekommen ist. Das Unterlassen von Sofortmaßnahmen ist nicht nur als stümperhaft, sondern auch als grob fahrlässig zu bezeichnen.“ Auch die Kosten spricht Hofbauer an. Rund 210.000 Euro sind laut Gemeinderatsantrag dafür vorgesehen. Hofbauer: „Durch den Einsturz ist die Sanierung sicher teurer geworden.“

„Spätestens bei der geplanten Sanierung ab 7. Jänner hätte man bemerkt, dass das Widerlager nur aus losem Material besteht und eine Sanierung, wie sie jetzt im Laufen ist, durchgeführt“, hört man aus der Baudirektion. Deswegen hätte man die umfassenden Sanierungsarbeit in jedem Fall finanzieren müssen.

Die Brücken Klosterneuburgs werden alle sechs Jahre von einem Brückenexpertenteam umfassend überprüft. Zusätzlich gebe es laufend Sichtkontrollen von den Mitarbeitern des Wirtschaftshofes. Die hätten auch 2018 die Risse entdeckt. Nach dieser Beobachtung sei unverzüglich eine 3,5 Tonnenbeschränkung verhängt worden. „Dass das Widerlager nicht gemauert ist, sondern aus losem Material besteht, konnte man vor dem Einsturz nicht wissen“, so das Rathaus.