Silberhelmchen dringend gesucht. Mit eigenen Gruppen ab acht Jahren sollen Kinder früher Interesse am Feuerwehrdienst finden.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 21. August 2019 (03:59)
FF Kritzendorf
Auch Spaß muss sein. Beim „24-Stunden-Dienst“ der Feuerwehrjugend mussten die Jugendlichen neun realistische „Einsätze“ bewältigen. Dieser Dienst gab den Kindern einen spannenden Einblick in den Dienstbetrieb einer Berufsfeuerwehr. Zur Entspannung gab es dann aber auch eine Fahrt auf der Donau.

„Die Zukunft gehört der Feuerwehr“ – Diese Weisheit brachte schon vor über 40 Jahren der kleine Drache Grisu über die Fernsehbildschirme. Sein Leitspruch war „Ich werde Feuerwehrmann“. Die Kinder von heute können sich wohl kaum noch an den kleinen grünen Drachen mit rotem Helm erinnern, aber dennoch haben einige etwas mit ihm gemeinsam. Auch sie wollen bei der Feuerwehr dabei sein. Und das dürfen sie wahrscheinlich schon bald früher. Mit acht statt bisher mit zehn Jahren sollen sie künftig Mitglied bei den Freiwilligen Feuerwehren werden können.

„Für die Acht- bis Zehnjährigen soll es eine eigene Sparte geben, die eine spielerische Vorbereitung auf die Feuerwehrjugend sein soll“, erklärt Abschnittskommandant Josef Angelmayer. Derzeit gibt es in seinem Abschnitt zwei Jugendgruppen, in denen sich Mädchen und Buben im Alter von zehn bis 15 Jahren auf den aktiven Dienst bei den Freiwilligen Feuerwehren vorbereiten. Insgesamt 28 Jugendliche sind derzeit bereits Teil der Freiwilligen Feuerwehren in Klosterneuburg und den Katastralgemeinden.

Derzeit keine Gruppe in Planung

Für den Abschnitt Klosterneuburg ist derzeit noch keine keine eigene Gruppe für die Kinder von acht bis zehn Jahren geplant. „Natürlich ist so eine Gruppe der Versuch, die Kinder früher an die Feuerwehr zu binden“, erklärt Angelmayer. Dadurch erhoffe man sich, dass die Kinder dann eher zur Feuerwehrjugend und später in den aktiven Dienst wechseln würden.

„Klosterneuburg ist eine Stadt mit sehr großem Freizeitangebot. Dazu kommt natürlich auch die Schule. Es ist bei uns sicherlich schwieriger als im ländlichen Bereich, Kinder für die Feuerwehr zu interessieren“, sieht Angelmayer natürlich die Probleme, in und um Klosterneuburg genügend Nachwuchs für die Freiwilligen Feuerwehren zu bekommen.

„Klosterneuburg ist eine Stadt mit sehr großem Freizeitangebot. Dazu kommt natürlich auch die Schule. Es ist bei uns sicherlich schwieriger als im ländlichen Bereich, Kinder für die Feuerwehr zu interessieren.“ FF-Abschnittskommandant Josef Angelmayer

Trotzdem ist derzeit noch keine eigene Kindergruppe geplant. Denn erst müssten die Feuerwehren auch geeignete Personen finden, die eine solche Gruppe führen könnten. „Erst warten wir noch Erfahrungsberichte von anderen Feuerwehren ab, die eine solche Gruppe schon haben. Es wird in den nächsten Jahren auch bei uns kommen, aber ich kann nicht genau sagen, wann“, erklärt Angelmayer abschließend. Wie man so eine Gruppe von Acht- bis Zehnjährigen genau führen und an die Feuerwehr heranbringen kann, stellt derzeit viele Wehren in Niederösterreich vor Probleme.

Handbuch in Ausarbeitung

Ihnen will nun der Landesfeuerwehrverband NÖ zu Hilfe kommen. „Derzeit wird ein Handbuch ausgearbeitet, das ab September/Oktober fertig sein soll. Wie es genau aussehen wird, kann ich noch nicht sagen“, verspricht Franz Resperger, Pressesprecher des Landesfeuerwehrverbands NÖ, bald Antworten auf die derzeit noch offenen Fragen. Aber auch er ist sich bewusst, dass es ohne etwaige Unterstützung durch Eltern beziehungsweise Menschen, die einen besonderen Draht zu Kindern haben, nicht gehen wird.

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