Erfolgsgefühl für Kabarettpreis-Gewinner Klaus Eckel. Verleihung im Globe: „Will ihn im 20-Jahre-Rhythmus!“

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 15. November 2019 (04:46)
20Jahre Österreichischer Kabarettpreis im Globe Wien: Der Klosterneuburger Klaus Eckel (l.) gewinnt den Hauptpreis.
Conny de Beauclair

Wie die NÖN bereits im Sommer berichtete, wurde der 45-jährige, in Klosterneuburg lebende Kabarettist Klaus Eckel für sein Programm „Ich werde das Gefühl nicht los“ mit dem Österreichischen Kabarettpreis (Hauptpreis) ausgezeichnet, der mit 3.333,33 Euro dotiert ist. Die Verleihung fand nun im Rahmen einer Galanacht im Globe Wien in der Marx-Halle statt. ORF 1 sendet die Aufzeichnung der Veranstaltung am Freitag, 15. November um 22.15 Uhr.

Aus der Jurybegründung: „Wenn Sie zwei Freunde zur Auswahl hätten, wen würden Sie nehmen: Pippi Langstrumpf oder Mister Spock? Klaus Eckel fragt gerne nach. Auch in seinem aktuellen Solo ,Ich werde das Gefühl nicht los‘. Es ist dem originell geschliffenen Kabarettisten zu einer themenvielfältigen und facettenreichen Gedankenreise in eine Welt der gefühlten Wahrheiten und der emotionalen Komfortzonen geraten. Die hochfrequente und zielgenaue Erzeugung von Pointen ist Klaus Eckels Markenzeichen. Mit diesem Programm setzt er hinsichtlich inhaltlicher Dichte, intelligentem Witz und temporeicher Treffsicherheit aber tatsächlich neue Maßstäbe. Jede Pointe transportiert auch eine Botschaft. Auch und vor allem, wenn es um das Scheitern geht. Denn, so sagt der Kabarettist, im Scheitern, nicht im Optimieren wohne der Humor.“

Ausgelassene Feierlaune bei Klaus Eckel, den sich hier Viktor Gernot auf die Schulter lädt.
Conny de Beauclair

„Ich will den Kabarettpreis nicht nur zum 20-jährigen Jubiläum bekommen, sondern auch zum 40- und zum 60-jährigen. Beim 80-jährigen krieg ich ihn, wenn, um die Urne umgehängt“, witzelte Eckel bei der Preisverleihung und freute sich über die Anerkennung. Mit seinem nunmehr preisgekrönten Programm tourt er intensiv durch die Lande, allein im November in Wien, Oberösterreich, Salzburg und Tirol. Im Dezember geht es noch in die Steiermark und nach Niederösterreich, im Jänner 2020 gibt es unter anderem einige Zusatztermine im Globe.

Wer das Programm noch nicht gesehen hat, dem sei ein kleiner Vorgeschmack bereitet. Kennen Sie auch diese Liebe, die man empfindet, wenn auf der Autobahn ein hupender Porsche Cayenne hinten auffährt? Diese Zufriedenheit, wenn Sie nackt vor dem Spiegel stehen und dabei die Muskeln nicht anspannen? Diese Panik, dass die Pubertät Ihrer Tochter vielleicht vorbei sein könnte? Diese Sehnsucht, den eigenen Eltern endlich ähnlicher zu werden? Dieses Bedauern, wenn Ihr Partner bei Monopoly genau auf das Feld fährt, auf dem Sie gerade ein Hotel gebaut haben? Diese Hoffnung, dass der Brief, den Sie gerade öffnen, vom Finanzamt ist? Diese Vorfreude, wenn der Chef einen Witz erzählt? Diese Zuversicht, wenn Sie dem amerikanischen Präsidenten bei einer Rede zuhören? Diese Sorge, dass Sie am Sterbebett bereuen könnten, viel zu wenig Zeit auf Facebook, Twitter und Insta-gram verbracht zu haben? Falls Sie diese Gefühle nicht kennen, dann sind Sie bei Klaus Eckel richtig. Falls schon, dann eh auch.