Bernd Bickel holt sich den "Technik-Oscar". Das System Medusa, das digitale Gesichter erstellt, bringt Bernd Bickel (36) den Technik-Oscar.

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 17. Februar 2019 (05:36)
IST Austria
IST-Professor Bernd Bickel nahm vergangene Woche den technischen Oscar in Hollywood entgegen. Der Computerwissenschaftler wurde mit dem Award der Academy of Motion Picture Arts and Sciences ausgezeichnet.

Seit Samstagabend ist Österreich um einen Academy Awards-Preisträger reicher: Im Rahmen der feierlichen Zeremonie in Beverly Hills wurde IST Austria-Professor Bernd Bickel mit dem Technical Achievements Award, dem Oscar für technische Verdienste, geehrt.

NOEN
Gratulationen vom Chef: IST-Präsident Thomas Henzinger freut sich mit Bernd Bickel über den Oscar.

Bickel erhält den Preis zusammen mit seinen ehemaligen Kollegen bei Disney Research, Thaboo Beeler, Derek Bradley und Markus Gross (die NÖN berichtete). Gemeinsam haben die Forscher das Medusa Performance Capture System entwickelt, ein System, mit dem die Gesichtszüge von Schauspielern erfasst, rekonstruiert und auf einen computergenerierten Charakter übertragen werden können. „Medusa“ besteht aus einer Anordnung von Kameras und Lichtern, die mit einer Software gekoppelt ist. Erstmals wurde es für den Film „Maleficent“ eingesetzt, seither kam es in zahlreichen weiteren Filmen wie „Star Wars“ oder „Fluch der Karibik“ zum Einsatz.

Von 2010 bis 2014 war Bickel Teil jenes Teams bei Disney Research in Zürich, vom dem das Medusa-System entwickelt worden ist. Seit 2015 forscht der Computerwissenschafter am IST Austria. Hier liegt sein Forschungsschwerpunkt darin, die Grenzen moderner 3D-Drucktechnik auszuloten. Bickels Forschungsinteressen sind Computergrafik und ihre Anwendungen in Animation, Biomechanik, Materialwissenschaft und Computational Design für die digitale Fertigung.