Weiter Run auf Trailstrecke in Weidlingbach. Nun fordert auch Umweltstadtrat Sepp Wimmer einen Kostenersatz für Einsatzkräfte.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 11. April 2019 (03:37)
WienerWaldTrails
Trotz vieler Unfälle hält der Run auf der Mountainbike-Strecke in Weidlingbach an. Neue Verträge bringen eine Erweiterung des Streckennetzes.

Die Unfallserie auf der Trailstrecke in Weidlingbach lässt nun auch den Grünen Stadtrat Sepp Wimmer – selbst begeisterter Mountainbiker – eine Stellungnahme abgeben. So wie Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager und Ortsvorsteherin Traude Balaska ist auch Wimmer der Meinung: „Ein Kostenersatz für Einsatzkräfte ist berechtigt.“

Umweltstadtrat Wimmer ist seit 30 Jahren enthusiastischer Mountainbiker und im Jahr 5.000 Kilometer und 25.000 Höhenmeter mit dem Rad unterwegs. „Mein Ziel und das der überwiegenden Mehrheit der Mountainbiker ist sicher nicht, sich in gefährlichen künstlich angelegten Trails mit voller Schutzausrüstung hinunter zu werfen, sondern ein Erlebnismountainbiken zu Hütten und Almen zu genießen“, so Wimmer.

Wenn sich jemand bei diesem Hochrisikosport eine Trail-strecke hinunterstürzen wolle, so wäre das seine Entscheidung. „Aber sportlich fair wäre es dann auch, bei Inanspruchnahme von Feuerwehr und Rettung selbst für die Kosten Sorge zu tragen und sie nicht auf die Allgemeinheit abzuwälzen“, ist Wimmer überzeugt.

Wanderer, die in missliche Lagen kommen, müssten Bergrettung und Hubschrauber auch aus Eigenem bezahlen. Und das könne ziemlich teuer werden. Die Hubschrauber-Kosten lägen pro Minute bei 90 Euro. Abgerechnet werde genau nach Flugminute. Wimmer : „Wer in seiner Freizeit riskanten Hobbys nachgeht, sollte bei Unfällen auch die Kosten tragen, entweder über eine Zusatzversicherung oder durch Bezahlung der Kosten.“

Ungeachtet dessen verlängern die Bundesforste die Verträge für die neue Mountainbike-Saison. „Wir freuen uns“, so Bundesforste-Vorstand Rudolf Freidhager, „dass sich das Vertragsmodell so gut bewährt hat.“

80 neue Kilometer im Wienerwald

Eine Erfolgsgeschichte sei die Plattform „Mountainbiken im Biosphärenpark Wienerwald“, bestehend aus dem MTB-Verein WienerWaldTrails, dem Biosphärenpark Wienerwald Management, den Österreichischen Bundesforsten, dem Stift Klosterneuburg, dem Forstbetrieb der Stadt Wien (MA 49) und dem Wienerwald Tourismus. Nach dem Auslaufen der Verträge Ende 2018 konnten diese nicht nur verlängert, sondern die Strecken sogar maßgeblich verbessert und erweitert werden. „Nun wird das bestehende Streckennetz vor den Toren Wiens ausgebaut und um die Hälfte erweitert“, erklärt Rudolf Freidhager.

Im Lauf des Jahres erhält das gesamte Routennetz noch eine neue Beschilderung. Neben einem fairen und rücksichtsvollen Miteinander braucht es auch verbindliche Spielregeln wie das Mountainbike-FairPlay, das die Bundesforste gemeinsam mit Interessensvertretern entwickelt haben. „Denn der Wald ist für alle Erholungssuchenden da, und so soll es auch bleiben“, so Freidhager abschließend.