Zukunfts-Ängste zum Jubiläumsfest. Sorgen bei Feier: Mitglieder befürchten weniger Geld bei Integration in Biosphärenpark. Direktor Weiß: gesetzlich unmöglich.

Von Claudia Wagner. Erstellt am 22. September 2019 (04:58)
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Die ehemaligen Obmänner Franz Blattl und Otto Steindorfer, die langjährigen Mitarbeiter Didi Gartner, Margita Steindorfer, Hans Weber, Christine Eigner und Obmann Christoph Stich (v.l.) stehen hinter dem Naturpark Eichenhain. Zum 40-jährigen Jubiläum äußerten sie Zukunftssorgen.

Rund 80 Leute wurden eingeladen, keine 20 sind am Samstag in das Volksheim gekommen, um das 40-jährige Jubiläum des Naturparks
Eichenhain zu feiern. Die hohe Fehlquote verstärkt die Zukunftssorgen: Mitglieder fürchten, dass der Verein seine Eigenständigkeit verlieren wird.

Die Hiobs-Botschaft kam schon Monate vor dem Geburtstagsfest, erklärt Obmann Christoph Stich: „Es steht im Raum, dass der Naturpark Eichenhain in den Biosphärenpark Wienerwald integriert werden soll. Mir wurde gesagt, dass das der Wunsch vom Land ist. Es ist alles sehr undurchsichtig.“ Die Mitglieder verstehen die Welt nicht mehr und lassen kein gutes Haar an einer möglichen Eingliederung.

Die Quintessenz der Sorgen fasst Stich zusammen: „Der Biosphärenpark hat bezahlte Funktionäre, ich fürchte, dass das Geld am Weg verloren geht.“

„So werden die Naturparke zerstört“, ist Otto Steindorfer, ehemaliger Obmann, überzeugt. Auch Hans Weber, mit über 30 Jahren längstdienender Mitarbeiter, spart nicht mit Kritik: „Der Biosphärenpark macht sicher gute Arbeit, aber das ist nicht der Zugang von uns Ehrenamtlichen.“

„Der Biosphärenpark hat bezahlte Funktionäre, ich fürchte, dass das Geld am Weg verloren geht.“

Mit dem Nicht-Erscheinen eines Biosphärenpark-Vertreters beim Jubiläumsfest fühlen sich die Mitglieder in ihren Ängsten bestätigt. Direktor Andreas Weiß erklärt die Abwesenheit: „Die fixe Terminzusage kam leider sehr kurzfristig erst am Dienstag. Wir hatten drei Veranstaltungen, bei denen wir schon früher zugesagt haben.“ Eine Unterstützung des Naturparks sei, so Weiß, jederzeit möglich, eine Eingliederung sei gesetzlich nicht machbar. Auch die Finanzierung sei unterschiedlich – beim Biosphärenpark zu 50 Prozent vom vorgesehenen Topf aus NÖ, die anderen 50 Prozent aus Wien. Der Naturpark werde von einer anderen Abteilung der NÖ-Landesregierung gefördert.

Für die Zukunfts-Sorgen aus Maria Gugging hat Weiß eine mögliche Erklärung parat: „Wir haben den Naturpark unterstützt, ein Konzept zu erstellen, das als Grundlage für den weiteren ,Naturpark-Status‘ gilt. Soweit ich weiß, wurde das Konzept nie eingereicht.“

Stadtrat Leopold Spitzbart (ÖVP), als Vertreter der Stadt einer der wenigen Gäste, versuchte, beim Fest zu beruhigen: „Ich glaube schon, dass zwischen Biosphärenpark und Naturpark eine gute Zusammenarbeit mit guten Synergien entsteht.“