„Wasser marsch“ für Badsiedlungen in Klosterneuburg. Das Wasser in den Badsiedlungen sollte erst Ende April laufen. Nun wird der Wasserhahn doch planmäßig aufgedreht.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 08. April 2020 (04:46)
Aus Angst vor Verschleppung des Virus von der Stadt aufs Land wollte die Stadtgemeinde das Wasser in denBadsiedlungen erst Ende April aufdrehen. Das hätte auch die Siedler im Strombad Kritzendorf getroffen.
NOEN, Heindl

Ostern ist auch der Startschuss für die Siedler der Klosterneuburger Bäder, ihren Zeitwohnsitz aufzusuchen. Doch in einigen Orten Österreichs werden Zweitwohnsitzer eher mit Argwohn erwartet. Die Sorge: Die Städter könnten das Virus aus ihrem Hauptwohnsitz aufs Land verschleppen. Auch Klosterneuburg hat viele Zweitwohnsitzer, und sie alle wollen ins Wochenendhaus. Um diesen Wechsel zwischen Haupt- und Nebenwohnsitz zu den Osterfeiertagen zu verzögern, hat die Bäderverwaltung der Stadtgemeinde die Pächter informiert, dass die Wasserversorgung nicht Mitte April in Betrieb genommen wird, sondern erst am 30. April.

Das Wechseln zwischen Haupt- und Nebenwohnsitz sei nach den Vorgaben der Bundesregierung nicht als notwendiger Weg zu sehen und müsse daher unterbleiben, stand in der Information an die Pächter. Ein wahrer Sturm der Entrüstung in den Sozialen Medien war die Folge. Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager (ÖVP) verteidigt vorerst die Maßnahme: „Wir möchten dafür sorgen, dass keine Durchmischung der Leute stattfindet und zusätzliche Arbeit für die Einsatzkräfte entsteht.“ Der Bürgermeister verwies aber auf eine in naher Zukunft liegende Tagung des Krisenstabes, bei der diese Frage erörtert werden würde. Sollte es bis dahin Erleichterungen der Regierung geben, werde man auch das Thema Wasser neu bewerten.

„Es ist wichtig, dass man den Menschen das Leben in dieser grausamen Zeit doch etwas erleichtern kann.“ Claudia Vaca, Siedlungsobfrau

Nun, die guten Nachrichten kamen. Bei der Pressekonferenz der Bundesregierung am Montag. 6. April wurden stabile Zahlen präsentiert und ein Fahrplan der Lockerungen der bundesweiten Maßnahmen präsentiert.

Die kommentierte Bürgermeister Schmuckenschlager: „Aufgrund der guten Nachrichten der Bundesregierung und auch der angekündigten Erleichterungen werde auch ich dem Krisenstab vorschlagen, dass wir nun doch schon Mitte April die Wasserleitungen frei machen.“ Gleichzeitig richtet Schmuckenschlager aber den dringenden Appell an die Zweitwohnsitzer, sich penibel „an die Ausgangsbeschränkungen auch im Ferienhaus zu halten.“

Die Siedlungsobfrau vom Verein Donausiedlung Kritzendorf, Claudia Vaca, setzte sich dafür ein, dass man den vertraglichen Termin beibehält. „Klar hätte man nichts dagegen tun können, wenn der Krisenstab anders entscheidet.“ Es sei verständlich, dass die Zweitwohnsitzer bei diesem schönen Wetter und den strengen Maßnahmen in Wien lieber im Grünen sitzen als in einer kleinen Wiener Wohnung. Vaca: „Es ist wichtig, dass man den Menschen das Leben in dieser grausamen Zeit doch etwas erleichtern kann.“

Das hartnäckige Gerücht, dass es verboten sei, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu seinem Zweitwohnsitz zu kommen, ist übrigens nur eben ein Gerücht. Laut Rechtsanwalt Florion Knotek ist die Fahrt zum Zweitwohnsitz auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gestattet. Unter der Voraussetzung, dass dabei nur Kontakt zu Personen aus dem gemeinsamen Haushalt besteht und der Mindestabstand von einem Meter eingehalten wird.

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