Reparieren soll wieder „in“ werden. Land fördert die Reparatur. Fernseh Bottesch: „Gibt Nachfragen von Kunden.“

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 16. Oktober 2019 (03:57)
Hornstein
Eine Leidenschaft von Martin Bottesch ist das Sammeln von alten Radiogeräten. Er repariert und restauriert sie.

Ein starkes Zeichen gegen unsere Wegwerfgesellschaft setzen das Land Niederösterreich, die NÖ Umweltverbände und die NÖ Wirtschaftskammer: Unter dem Motto „reparieren statt wegwerfen“ soll die Anzahl an durchgeführten Reparaturen in Niederösterreich steigen.

Im Rahmen der Förderung des Landes Niederösterreich werden Haushalte mit bis zu 100 Euro beim Reparieren defekter Elektrogräte unterstützt. Auf der Plattform Reparaturführer sind die niederösterreichischen Reparaturbetriebe angeführt. Auch in Klosterneuburg findet man Betriebe, die bei dieser Aktion mitmachen. Darunter die Firmen Elektro Göttinger und Fernseh Bottesch.

13.000 Tonnen Elektroaltgeräte kommen in Niederösterreich jährlich auf den Mist. Sie werden zwar nach Möglichkeit recycelt, aber „die Reparatur von defekten Geräten stellt eine umweltfreundliche Alternative zu einem Neukauf dar. Es trägt wesentlich zur Abfallvermeidung und somit auch zum aktiven Klimaschutz bei“, meint VP-Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf. Und der Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer NÖ Wolfgang Ecker: „Wir setzen mit dem Reparaturbonus gleichzeitig ein aktives Zeichen gegen eine Wegwerf-Gesellschaft, wie einen wertvollen Impuls für unsere Reparaturbetriebe in den Regionen.“ Aber wie kommt die Aktion bei den Bürgern an?

„Ja, es gibt schon Nachfragen von Kunden, und bei Geräten, die gefördert werden, teilen wir mit, dass die Möglichkeit besteht, die Förderung zu bekommen“, so Martin Bottesch von der Firma „Fernseh Bottesch“. Die Aktion finde Anklang, scheitere aber oft an der Nicht-Verfügbarkeit von Ersatzteilen. Langsam sei auch ein Wandel in der Einstellung der Konsumenten zu bemerken. Einen Kritikpunkt will Bottesch aber nicht unerwähnt lassen: „Man kann die Förderung nur online beantragen. Das stellt für ältere Menschen eine gewisse Hürde dar. Ein Formular würde da Abhilfe schaffen.“

Auch die Firma Göttinger am Stadtplatz macht bei der Aktion mit. Andrea Göttinger wendet aber ein, dass schon bei der Erzeugung von Elektrogeräten darauf geachtet werden müsste, eine Reparatur auch möglich zu machen. „Wir reparieren viel lieber, als neue Geräte zu verkaufen. Wir können nur mit der Nachhaltigkeit überleben. Alles Andere macht Hofer, Amazon & Co.“, weiß Andreas Göttinger. In der Praxis können die Göttingers nur Gutes über die Aktion berichten. Entscheidend sei natürlich, ob sich eine Reparatur in Relation zur Neuanschaffung auch auszahlt. Ein Umdenken der Kunden sei sehr wohl zu bemerken: „Beim Kauf von Kleingeräten. Hier gibt es einen Trend zu hochwertigen Produkten“, so die Göttingers.

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