Wenn Väter am Fußballplatz zu rangeln beginnen. Auch der FCK begrüßt die neue Maßnahme des Verbands.

Von Christoph Nurschinger. Erstellt am 13. März 2019 (03:39)
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Fußball soll vor allem eines: Spaß machen! Manche Erwachsene am Spielfeldrand vergessen das oft.Shutterstock.com

Tobende Mütter, schimpfende Großväter, drohende Väter – die Umgangsformen auf den Fußballplätzen bei Nachwuchsspielen sind oft unschön und keinesfalls kindgerecht. Der NÖ Fußballverband hat das Problem erkannt und will mit einer Plakatkampagne gegensteuern. Kernbotschaft: Erwachsenen Sporplatzbesuchern soll ihre Vorbildfunktion bewusst gemacht werden.

Das scheint bitter nötig, denn wie sollen Jungkicker zu fairen Sportlern heranwachsen, wenn ihnen neben dem Feld etwas komplett Konträres vorgelebt wird? Dass man es auf und neben dem Fußballfeld immer mit dem einen oder anderen unsportlichen Charakter zu tun bekommt, wird man vielleicht nicht verhindern können, wenn verbesserte Umgangsformen aber dazu führen, dass es sich dabei um die peinliche Ausnahme handelt, könnte diese Kampagne durchaus sinnvoll sein.

Auch FC Klosterneuburg Obmann Stephan Faulhammer sind solche Fälle bekannt: „Probleme kommen bei uns zwar nur begrenzt vor, aber natürlich gibt es auch hier Elternteile, die über das Ziel hinausschießen. Die Trainer haben solche Situationen aber meist schnell und gut unter Kontrolle.“

„Probleme kommen bei uns zwar nur begrenzt vor, aber natürlich gibt es auch hier Elternteile, die über das Ziel hinausschießen"

Einer dieser Trainer ist Johannes Mansbart, der für die Klosterneuburger im Sturm auf Torjagd geht und nebenbei die U 13 betreut. „Auch wenn solche Fälle nur vereinzelt vorkommen, halte ich eine solche Initiative für sinnvoll. Manche Eltern haben ihren Ehrgeiz und ihre Emotionen nicht unter Kontrolle.“

Aus seiner eigenen Vergangenheit als Jugendspieler hat Mansbart auch ein paar Beispiele parat, die aufzeigen, dass ein bis zwei Störenfriede reichen, um neben dem Feld für Stunk und auf dem Feld für Fremdscham zu sorgen.

„Väter, die sich neben dem Feld zu rangeln beginnen, oder Mütter, die nach einem Foul das Spielfeld stürmen, um den Schiedsrichter oder sogar den Gegenspieler anzuflegeln, sind mir bereits untergekommen,“ berichtet Mansbart.

Beim FC Klosterneuburg setzt man zur Prävention solcher Situationen auf Kommunikation. Die Trainer können Elternabende einberufen sowie entscheiden, welche Eltern beim Training erwünscht sind. Außerdem gibt es die Position des Teamkoordinators, der ebenfalls ein Auge auf das Geschehen abseits des Feldes wirft.

„Wir setzen aber immer auch auf das direkte Gespräch mit den Eltern, wenn es in dieser Hinsicht Probleme gibt“, erklärt Mansbart, der den Erwachsenen einen schlauen Rat mit auf den Weg zum Fußballplatz gibt: „Eltern sind meistens sehr damit beschäftigt, ihre Kinder zu erziehen, und vergessen dabei oft, auf sich selbst zu schauen und darauf, ob sie ihrer Vorbildrolle dabei tatsächlich auch gerecht werden.“

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