Trapp-Grab verfällt in Klosterneuburg. Das Grab von Agathe von Trapp ist eine Ruine. Wer ist für Erhaltung zuständig?

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 05. Juni 2019 (04:08)
Hornstein
Die Mutter der berühmten „Trapp Familie“ ist am Klosterneuburger Martinfriedhof begraben. Das Grab ist verfallen.

„Es ist eine Schande für Klosterneuburg, wie dieses Grab aussieht. Hier muss etwas gemacht werden“, so ein Anrufer, der die NÖN letzte Woche kontaktierte. Nun sei sogar das Steinkreuz umgefallen.

„Das ist dem Grab einer so berühmten Familie unwürdig.“ Worüber sich der NÖN-Leser aufregt, ist der Zustand der letzten Ruhestätte von Agathe von Trapp, Ehefrau von Georg Ritter von Trapp und Mutter von sieben Kindern – zusammen die auf der ganzen Welt bekannte „Trapp-Familie“. Sie starb 1922 in Klosterneuburg an Scharlachfieber.

Bild: Trapp Family Lodge Stowe/Vermont USA
Agathe und Georg von Trapp.

Die Familie Trapp, die nach dem Ende des Ersten Weltkrieges bis 1923 in Klosterneuburger Martinschlössl residierte, machte als Chor nach dem Zweiten Weltkrieg in Amerika Karriere. Teile dieser Familiengeschichte bilden die Grundlage für den Film „Die Trapp-Familie“ und das bekannte Musical „The Sound of Music“ sowie dessen Verfilmung, mit der die „Trapp Familie“ in der ganzen Welt berühmt wurde. Doch Agathe von Trapps Grab am Martinfriedhof ist verwahrlost. Niemand scheint sich darum zu kümmern.

„Das muss man sich einmal alles anschauen. Der Ausschuss wird sich damit beschäftigen.“ Konrad Eckl, Kulturstadtrat (ÖVP)

Wenn es ein Ehrengrab wäre, müsste sich die Stadtgemeinde darum kümmern. „Es ist aber keines“, versichert Kulturstadtrat Konrad Eckl, dem der Verfall des Grabes auch ein Dorn im Auge ist. In der Regel wird ein Ehrengrab von den rechtlich Verantwortlichen beantragt. Dann wird darüber entschieden. „In diesem Fall gilt es, die Besitz- und Eigentumsrechte erst einmal abzuklären. Dann kann der Gemeinderat erst aktiv werden“, so Eckl.

Jedenfalls muss der Grabbesitzer dafür sein, dass ein Grab zum Ehrengrab wird. Dies ist aber anzunehmen, denn bei einem Ehrengrab übernimmt die Stadtgemeinde sowohl die Erhaltung des Grabes als auch die laufenden Grabkosten.

„In diesem Fall gilt es, die Besitz- und Eigentumsrechte erst einmal abzuklären. Dann kann der Gemeinderat erst aktiv werden“,

Wer der Grabbesitzer der letzten Ruhestätte von Agathe von Trapp ist, war für die NÖN vorerst nicht eruierbar. Die Friedhofsverwaltung darf die persönlichen Daten nicht nennen, aber der politische Ausschuss, der sich im Vorfeld eines Gemeinderatsbeschlusses mit dem Thema befassen müsste, würde sie bekommen.

Falls der Grabbesitzer mit der Ernennung zum Ehrengrab einverstanden ist, muss der Gemeinderat mit einer Zweidrittelmehrheit dies beschließen. „Das muss man sich einmal alles anschauen“, meint Kulturstadtrat Eckl und verspricht: „Der Ausschuss wird sich damit beschäftigen.“