Klage ist eingebracht: Rechtsstreit um die Fischerstubn. Vielleicht gibt es nach dem Abbruchbescheid doch noch eine Chance, dass dieses geschichtsträchtige Bauwerk noch weiterhin an der Donau steht.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 06. November 2019 (04:27)
Vielleicht gibt es noch eine Rettung für das historische Etablissement an der Donau: die Fischerstub‘n.
NÖN

Da staunte die Besitzerin des „Cafe Restaurant Fischer“, Anna Fischer, nicht schlecht, als die Baupolizei im November 2018 vor ihrem Lokal stand. Die Folge: Abbruchbescheid. „Für mich ist damals die Welt untergegangen“, so Anna Fischer zur NÖN. Im Oktober wurde nun von Fischer Klage gegen die Vorbesitzer, von denen sie 2009 das Lokal erwarb, eingebracht.

Es ist ein traditionelles Gebäude an der Donau, das, bevor es zu einer Gastwirtschaft wurde, bis 1923 als Schlepperschifferstation dient. Als Gastwirtschaft erlangte es in der Folge den Status eines exklusiven Treffpunkts für die Wiener Prominenz und Kulturszene.

Im Mai 2009 erwarb Anna Fischer dieses Lokal, um sich einen Lebenstraum zu erfüllen. Doch der Lebenstraum wird immer mehr zum Lebensalbtraum, denn die damals erworbene Liegenschaft – ein Superädifikat – ist als Grünland gewidmet. Mehrere Zu- und Umbauten sind daher nicht zulässig. Allerdings wurden diese Gebäudeveränderungen nicht von Anna Fischer, sondern vom Vorbesitzer durchgeführt, obwohl im Kaufvertrag festgehalten wurde, dass „eine rechtskräftige wasserrechtliche und baubehördliche Benützungsbewilligung vorliegt“. Bei einer Begehung der Baubehörde am 6. Dezember 2018 stellte sie allerdings fest, dass neben eklatanter Baumängel – ein Sessel soll als Fundament gedient haben, und ein illegaler Ofen wurde aufgestellt – Zubauten getätigt worden sind, die niemals eine Baubewilligung erlangen werden.

Gegen Abbruchbescheidwurde berufen

Mit Bescheid vom März 2019 hat die Klosterneuburger Baubehörde daher Anna Fischer den Auftrag erteilt, das gesamte Superädifikat inklusive Fundament und Bodenplatte innerhalb einer Frist von sechs Monaten abzubrechen. Aktuell kämpft Anna Fischer nun darum, den gesamten Abbruch zu verhindern. Die Baubehörde soll ihr in Aussicht gestellt haben, dass zumindest eine teilweise nachträgliche Genehmigung dann möglich sei, wenn sie jene Teile des Bauwerks, die nicht genehmigungsfähig sind, abreißt, die Mängel weitgehend behebt und dann für die verbliebenen Räume im Nachhinein für die Erteilung einer Bau- und Benützungsbewilligung ansucht. Das bestätigt auch die Baubehörde. „Gegen den Abbruchbescheid wurde berufen. Der teilweise Abbruch ist aber nur dann möglich, wenn die illegalen Zubauten vom Rest des Gebäudes trennbar sind“, so Baudirektor Peter Neubauer.

Klagssumme über 50.000 Euro

Nur: das kostet sehr viel Geld, das Anna Fischer sicher nicht aus Eigenem bezahlen will. Im Oktober 2019 wurde daher Klage beim Landesgericht Korneuburg eingebracht. Klagssumme: über 50.000 Euro. Für den von Anna Fischer konsultierten Rechtsanwalt Stefano Alessandro ist der Ausgang des Verfahrens schon klar: „Wir haben schon gewonnen, da die Gegenseite nicht viel zu entgegnen hat. Bei der ersten Tagsatzung am 17. Oktober gab es von der Gegenseite nur hanebüchene Ausreden.“ Es hätte sich bestätigt, dass alle Umbauarbeiten im Pfusch erledigt worden sind. Der Pfuscher hat ausgesagt, dass Anna Fischer, die damals in diesem Lokal als Kellnerin tätig war, nichts von alldem gewusst hätte. Die finale Tagsatzung ist für 17. Dezember angesagt. Alessandro: „Ich gehe von einem positiven Ausgang aus.“

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