Drei Kritikpunkte und eine Lösung. Kabinen-Pächterin fordert Änderungen bei Toiletten, Festen und dem Radfahrverbot. Stadt reagiert: Mehr Tafeln für Radler.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 20. April 2019 (03:48)
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Die Toiletten bleiben auch weiterhin für alle Besucher kostenlos. Eine andere Lösung ist zu aufwendig. Beim Krido Open zahlt der Veranstalter das Klopapier.

Das Wasser ist aufgedreht, der Kiosk hat offen und auch die Pächter kehren in ihre Kabinen wieder zurück. Der Winter und der damit verbundene Ärger über den Winterdienst scheint vergessen. Aber auch abseits dieses Themas gibt es für Martina Paul, selbst Pächterin einer Kabine in vierter Generation, einige Punkte, die die Freude über die Rückkehr ins Strombad trüben. Die NÖN kontaktierte die zuständigen Stellen und brachte die Anliegen Pauls vor.

Öffentliche Toiletten:

„Ich mache seit Jahren Gemeindevertreter darauf aufmerksam, wie man Geld verdienen könnte, um die allgemeinen Kosten zu senken“, erklärt Paul. Ihr Vorschlag wäre, dass einige Toiletten nur gegen Münzeinwurf genutzt werden können. Der andere Teil der WCs sollte nur mittels Schlüssel, den die Mieter erhalten, zugänglich sein.

Dieser Vorschlag wurde auch schon vor einiger Zeit von der Stadtgemeinde Klosterneuburg geprüft. Aber da die Verwaltung der Schlüssel sehr aufwendig ist und es dafür kein Budget gibt, wurde diese Lösung abgelehnt. „Wir wollen kein Geld für die Toiletten verlangen“, erteilt die Stadtgemeinde auch dem Münzeinwurf-Vorschlag Pauls eine Absage. Da nur die Siedlung, aber nicht das Bad selbst in der Verwaltung der Stadtgemeinde liegt, sei es ein Entgegenkommen der Stadt, dass es dort öffentliche WC-Anlagen gebe, heißt es dazu aus der Stadtgemeinde.

Krido Open:

Die Benutzung der Toiletten durch Besucher ist auch einer der Kritikpunkte, die Paul am größten Fest im Strombad hat. Außerdem: „Frage ich mich, mit welcher Berechtigung der Krido-Open-Veranstalter Geld einnimmt für die Restaurierung des Durchgangs.“ Und weiter: „Dieses Fest ist für alle Kabinenbesitzer ein Ärgernis“, spielt Paul auf die Lärmbelästigung, die durch Gäste und den Abbau der Bühne bis tief in die Nacht verursacht wird, an.

Heindl
Eine Verbotstafel ist zu wenig – Stadtgemeinde stellt nach Kritik nun mehr Tafeln auf.

Heimo Wilfan, Obmann des Vereins „Kulturinsel Strombad Kritzendorf 2024“ – dem Veranstalter des Krido Open – kann diese Kritik Pauls überhaupt nicht verstehen. „Außer von Frau Paul, die beim Krido Open auch immer ihren eigenen Flohmarkt veranstaltet, habe ich noch von niemand eine Kritik am Fest gehört“, zeigt sich Wilfan verwundert. Die Abbauarbeiten fänden außerdem in der Früh statt, und für das Klopapier, das von den Festgästen verwendet wird, komme auch der Veranstalter auf. „Es stimmt, dass die Einnahmen der ersten drei Feste für die Renovierung der Brücke gedacht waren. Dieses Geld liegt auf einem Konto. Wenn zumindest mit der Renovierung des Pavillons begonnen wird, steht dieses Geld der Stadtgemeinde zur Verfügung“, erklärt Wilfan. Die spärlichen Einnahmen der letzten zwei Feste, die von niemand gesponsert werden, wurden für die Weiterentwicklung des Strombads verwendet.

Radfahrverbot Rondeau:

Die Kritik Pauls, dass das Radfahrverbot im Rondeau nur durch eine Tafel gekennzeichnet wird, stieß bei der Stadtgemeinde auf offene Ohren. „Das ist eine sehr gute Idee. Wir werden mehr Tafeln aufstellen“, bedankt sich die Stadtgemeinde für diesen Vorschlag Pauls. Zwar könne man derzeit noch keinen genauen Zeitpunkt für das Aufstellen der zusätzlichen Tafeln sagen, aber „die Sache wird in Angriff genommen.“