Ab Herbst: Ganz Klosterneuburg wird zur 30er-Zone. Mit 30 durch die Stadt: Bereits Anfang Oktober soll in ganz Klosterneuburg – abgesehen von den Bundes-Landesstraßen – Tempo 30 gelten.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 15. September 2021 (04:29)
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Im Herbst, vielleicht schon Anfang Oktober soll er flächendeckend in Klosterneuburg und den Katastralgemeinden kommen: der 30er.
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Spätestens seit in Paris flächendeckend ein Tempolimit von 30 km/h eingeführt wurde, wird in jeder größeren Stadt eine solche Geschwindigkeitsbeschränkung diskutiert. Klosterneuburg ist da bereits einen Schritt weiter. Vor einiger Zeit wurde im Gemeinderat eine flächendeckende 30er-Zone beschlossen. Anfang Oktober soll diese nun auch verwirklicht werden. Einzige Ausnahmen sind die Wiener Straße, eine Bundesstraße sowie die Landesstraßen der Babenbergerstadt und ihrer Katastralgemeinden.

Wie schnell man auf den Gemeindestraßen fahren darf, kann grundsätzlich jede Gemeinde selbst entscheiden. Diese Entscheidung ist in Klosterneuburg nun gefallen. In Zukunft sollen Lenker nur mehr mit 30 km/h unterwegs sein.

„Der ,Fleckerlteppich’ mit kleinräumigen 30 km/h- Verordnungen wird endlich vereinheitlicht, somit werden unzählige Schilder eingespart.“ Johannes Kehrer, PUK Stadtrat für Mobilität und Verkehr

Bereits im November letzten Jahres hatten ÖVP und NEOS diesbezüglich einen Dringlichkeitsantrag im Gemeinderat gestellt. Mehrheitlich stimmte dieser dafür, dass der Antrag in den zuständigen Ausschuss kommt (die NÖN berichtete).

Einheitlicher 30er auf den Gemeindestraßen

„Derzeit werden die Verordnungen finalisiert, noch in diesem Herbst, wohl Anfang Oktober, soll die Verordnung umgesetzt werden“, erklärt Johannes Kehrer, zuständiger Stadtrat für Mobilität und Verkehr von der PUK, den Zeitplan für die Umsetzung des flächendeckenden 30ers, der in enger Abstimmung mit dem Land umgesetzt wird. Ein sichtbares Zeichen für die flächendeckende 30er-Zone werden Verordnungsschilder bei den Ortstafeln in Klosterneuburg und den Katastralgemeinden sein.

Aber was sind die Vorteile von einem 30er im gesamten Stadtgebiet? „Die Vorteile sind vielfältig – allem voran ist der Bremsweg bei 30 km/h viel geringer als bei 50 sowie die Anhaltebereitschaft bei Fußgängern – die Verkehrssicherheit profitiert davon“, beschreibt Kehrer, der sich nicht nur als Stadtrat, sondern auch beruflich mit dem Thema Mobilität beschäftigt, nur einen der Vorteile einer flächendeckenden 30er-Zone. Weitere sind: „Zusätzlich ist das Tempo verträglich, um Radverkehr und Autoverkehr harmonisch zu vermischen, und die Schadstoffbelastung (Stickoxide, CO 2 und vor allem Lärm) ist bei 30 km/h deutlich geringer.“ Weiters entsteht dadurch ein Lenkungseffekt: Schleichwege durch Wohngebiete werden eher unattraktiv, es passiert eine Bündelung auf die Hauptachsen.

Markierungs-Kampagne statt Schilderwald

Schon jetzt gibt es in Klosterneuburg und den Katastralgemeinden zahlreiche Straßen, Gebiete, in denen jetzt schon nur mehr Tempo 30 erlaubt ist. Durch eine allgemeine Regelung wird es auch für die Lenker einfacher zu wissen, wo sie wie schnell fahren dürfen. Dieses Argument für den 30er bringt auch Kehrer auf’s Tableau: „Und, last but not least, der ,Fleckerlteppich‘ mit kleinräumigen 30 km/h-Verordnungen wird endlich vereinheitlicht, und somit werden unzählige Schilder eingespart.“

Nicht nur die Einsparung bei Schildern ist für Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager ein wichtiges Argument für die Einführung des 30ers in ganz Klosterneuburg. Er verweist ebenfalls zum einen auf die Einsparungen beim CO 2 -Ausstoß. Zum anderen spielt für ihn die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer eine nicht minder wichtige Rolle: „Mit dem 30er wird ein menschengerechtes Verkehrssystem etabliert. So können wir für mehr Sicherheit und mehr Lebensqualität sorgen.“

Die Einigkeit über die Installierung der flächendeckenden 30er-Zone in Klosterneuburg und den Katastralgemeinden geht über Bürgermeister und Verkehrsstadtrat hinaus. „Ich freue mich sehr, dass wir diesen Meilenstein gemeinsam erreichen können. Seit Jahren setze ich mich für eine solche Regelung ein, nun konnten wir über Fraktionsgrenzen hinweg einen Konsens erzielen“, fasst Kehrer die Stimmung im Gemeinderat zu diesem Thema zusammen.

„Ich freue mich sehr, dass wir diesen Meilenstein gemeinsam erreichen könne"

Damit die Klosterneuburger Verkehrsteilnehmer dann auch wissen, wo sie weiterhin 50 km/h fahren dürfen und wo ab demnächst der 30er gilt, werden bald etliche Markierungen aufgebracht. Denn eines will die Stadtgemeinde vermeiden: Einen weiteren Schilderwald. Ganz im Gegenteil, erklärt Kehrer: „Ich freue mich über die klare, einheitliche Regelung und eine Reduktion des Schilderwaldes. So eine Regelung ist Stand der Technik und ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz und zum sicheren Miteinander im öffentlichen Raum. Mit der Verordnung wird eine breit angelegte Markierungs-Kampagne stattfinden, um auch das Bewusstsein für diese Regelung zu schärfen.“

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