15.000 Volt kosten Arbeiter das Leben. Bei Baumschnittarbeiten auf einem Privatgrundstück geriet ein 30-Jähriger zu nah an Oberleitung. Für ihn kam jede Hilfe zu spät.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 20. Februar 2019 (04:12)
NOEN, Heindl
Nahe dem Bahnhofs Kritzendorf kam es vergangenen Freitag zu einem tragischen Arbeitsunfall, der tödlich endete.

Als die Pager der FF Kritzendorf letzten Freitag gegen Mittag piepsten, ahnte noch niemand, zu welch tragischem Einsatz sie ausrücken mussten. In der Nähe des Bahnhofs Kritzendorf war ein 30-Jähriger bei Baumschnittarbeiten in den Stromkreis der Franz-Josef-Bahn geraten. Für ihn kam jede Hilfe zu spät.

Die Äste, die von einem Baum auf einem Privatgrundstück schon zu nah an die Bahnstrecke ragten, sollte das Unfallopfer gemeinsam mit einem Kollegen entfernen. Dabei kam es zu dem Unglück. Ein Ast fiel auf die – nicht isolierte – Oberleitung, durch die 15.000 Volt führen. Der 30-Jährige erlitt daraufhin einen Stromschlag, den er nicht überlebte.

Arbeiten waren nicht bei ÖBB bekannt

Auch für die herbeigeeilten Einsatzkräfte von FF Kritzendorf und Klosterneuburg, der Polizei und dem Roten Kreuz bestand beim Eintreffen am Unglücksort akute Lebensgefahr. „Erst musste durch einen ÖBB-Mitarbeiter der Strom ausgeschaltet und die Leitung geerdet werden, bevor der Leichnam geborgen werden konnte“, erklärt Benjamin Faulhammer, der bei diesen Einsatz als Einsatzleiter bei der FF Kritzendorf fungierte. In dieser Zeit war der Zugverkehr unterbrochen.

Der Notarzt konnte dann nur mehr den Tod des Mannes feststellen. Für seinen Kollegen, der den Unfall mit ansehen musste, wurde auch das Kriseninterventionsteam hinzugezogen.

Normalerweise wird von der ÖBB der Strom abgestellt, wenn solche Arbeiten in der Gefahrenzone um Oberleitungen durchgeführt werden. „Die Tätigkeiten waren nicht im Auftrag der ÖBB, und wir haben davon auch nichts gewusst“, so ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif. Und weiter: „Wir haben leider nichts davon gewusst und konnten daher auch leider nichts machen.“