Trauer um Publikumsliebling „Gustl“ Oberheinrich. Als Theater-Schauspieler des „Laientheater Weidling“ war August „Gustl“ Oberheinrich weit über Klosterneuburg hinaus bekannt. Er verstarb im 73. Lebensjahr.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 22. Februar 2020 (03:19)
August „Gustl“ Oberheinrich in seiner Trompete spielenden Rolle bei„Arsen und Spitzenhäubchen“.
Martin Koller

Die Theatergruppe Weidling trauert um ihren Publikumsliebling August „Gustl“ Oberheinrich. Er war seit 2010 bei allen Theaterproduktionen- bis auf eine Ausnahme 2013 immer voller Elan und Engagement dabei.

„Durch sein sonniges Gemüt, seine Herzlichkeit, sein Lausbubentum gepaart mit einer riesigen Portion Schlagfertigkeit ist er zu einem wichtigsten Standbein der Truppe geworden“, so Itze Grünzweig im Namen der gesamten Theatergruppe.

So war er doch auch laut seinen Theaterkollegen ein Meister im Texterfinden, der bei höchster Situationskomik seinem Bühnengegenüber das Gefühl vermitteln konnte, er oder sie hätte den Hänger (absolute Textlosigkeit) verursacht. „Bei Einsagversuchen ließ uns dann seine Standardantwort ,Wos? Des hob i eh scho g’sagt´ vermuten, dass er sein Hörgerät nicht wirklich liebte“, so Grünzweig weiter über seinen langjährigen Theaterkollegen und Freund.

„Bei Einsagversuchen ließ uns dann seine Standardantwort ,Wos? Des hob i eh scho g’sagt´ vermuten, dass er sein Hörgerät nicht wirklich liebte“

Seine Jugendlichkeit ließ ihn wie ein Wirbelwind durch alle Theater-Produktionen sausen. Grandios fanden ihn seine Kollegen und natürlich das Publikum zum Beispiel in „Das perfekte Desaster Dinner“. Auch legendär war er als der in seiner eigenen, verschrobenen Welt lebende Bruder des Mordpärchens in „Arsen und Spitzenhäubchen“. Trompete spielend, treppauf treppab wie ein Junger, liebte er seine Rollen in den diversen Stücken.

„Beim Heurigen, schon gut gelaunt, hat unsere eigene Blödelparade meist mit ,Nau jo, mir ham jo nix g’habt früher´ begonnen und sich im Edelnonsens verloren“, erzählt Grünzweig weiter und beschreibt noch einen ganz berührenden Wesenszug von „Gustl“ – „wenn er seine Frau Sissi im Publikum wusste, hat er sich kaum getraut, seine Bühnenpartnerin (in der Rolle, bitteschön) zu küssen“.

Mit seiner Art und seinem Wesen wird „Gustl“ immer fehlen, aber auch allen im Herzen bleiben.