Wildschweine jagen im Weidlingtal wieder Angst ein. Eine Sichtung und ein verwüsteter Garten lösen im Weidlingtal Erinnerung an die Wildschwein-Plage 2010 aus.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 21. August 2019 (04:44)
Symbolbild

2010 hatten die Wildschweine das Weidlingtal im Griff. Zahlreiche Gärten wurden verwüstet, ein Hund getötet und die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt. Nun hatte der in Weidling lebende Ziviltechniker Wolfgang Kiener wieder eine Wahrnehmung mit diesen wilden Tieren. Sein Garten ist zwei Mal umgeackert worden. Er befürchtet: „Kommen die Wildschweine wieder zurück?“

Wird es wieder so wie vor neun Jahren?

„Nach rund neun Jahren sind die Wildschweine wieder zurück“, schreibt Kiener der NÖN. In der Nacht von Mittwoch, 14. August auf Donnerstag wurde eine Rotte von Wildschweinen im Rotgraben gesichtet, am Samstag waren die Wildschweine in Kieners Garten. „Kinder im Garten sind gefährdet, und natürlich die Verwüstung, die diese Tiere hinterlassen, ist auch nicht ohne“, so der besorgte Weidlinger.

Nach der seinerzeitigen Initiative von Bezirkshauptmann Wolfgang Straub konnte die Plage mithilfe der Jägerschaft bekämpft werden. „Problematik nachhaltig im Griff“ titelte die NÖN am 20. Jänner 2010. Mit einer Treibjagd hatte man damals dem Zauber ein Ende gesetzt. 22 Wildschweine mussten im Jänner 2010 ihr Leben lassen, um der Plage Herr zu werden. Vorerst hatte man alles versucht, um den Schwarzkitteln nicht nach dem Leben trachten zu müssen. Mit Vertreibung, Fallen.. aber schlussendlich war allen Beteiligten klar, dass das Problem ohne revierübergreifende Treibjagd nicht zu lösen ist. Mit 25 Treibern und 80 Jägern rückte man 2010 aus.

Der Weidlinger Wolfgang Kiener befürchtet nun, dass sich der Bestand an Wildschweinen erholt hat und es wie vor neun Jahren zu einer ähnlichen Wildschweinplage kommt.

„Prinzipiell muss man sich vor Wildschweinen nicht fürchten, denn sie laufen bei Kontakt mit dem Menschen meistens davon"

„Prinzipiell muss man sich vor Wildschweinen nicht fürchten, denn sie laufen bei Kontakt mit dem Menschen meistens davon. Anders ist es aber bei verletzten Tieren und Leitbachen mit Frischlingen. Da habe ich unlängst selbst die Füße in die Hand nehmen müssen und bin gelaufen“, erzählt der erfahrene Jäger Hans Matzinger, Hegeringleiter und auch für Weidling zuständig.

„Wir glauben, dass wir derzeit alles im Griff haben“

Derzeit seien aber keine ganz kleinen Frischlinge unterwegs, der Bestand an Wildschweinen in Klosterneuburg sei gleichbleibend, und vonseiten der Jäger seien keine Berichte über eine Wildschweinplage bekannt. „Wir glauben, dass wir derzeit alles im Griff haben“, so Jäger Matzinger. Falls es aber wirklich zu einer Gefährdung der Bevölkerung käme, müsse man wieder ähnlich wie 2010 eingreifen. Matzinger setzte sich sofort mit Wolfgang Kiener in Verbindung und konnte herausfinden, dass sein Garten hinten, zum freien Gelände, offen ist.

„Das ist eine Einladung für Wildschweine“, so Matzinger. Er riet Kiener, den seinerzeit gekauften Elektrozaun wieder zu aktivieren, und verspricht: „Ich werde den zuständigen Jägern sagen, dass sie dort etwas aktiver sein sollten.“