Der Kasperl im Freibad Stockerau. Puppenspielerin Marion Roll verlegte die Bühne vom Lenautheater ins Freibad und bietet den Kindern jeden Mittwoch um 16.30 Uhr eine kleine Show.

Von Dieter Rathauscher. Erstellt am 09. Juli 2020 (05:14)
Marion Roll begeisterte die Kinder im Freibad mit ihrer Aufführung.Danach durften sie den Kasperl sogar persönlich begrüßen.
Rathauscher

ÖVP-Bürgermeisterin Andrea Völkl ist die Kultur in Stockerau ein wichtiges Anliegen. Bedingt durch die Corona-Beschränkungen musste sie aber schon einige ungeliebte Entscheidungen treffen, wie etwa die Absage der diesjährigen Festspiele.

Aber der Blick geht nach vorne, und ab Herbst sollte wieder das Lenautheater spielen können, das auch eine Zwangspause einlegen musste. Und so lud Völkl Intendantin Uschi Nocchieri zum Gespräch, um die kommende Saison zu besprechen. Dabei waren auch die Kasperl-Aufführungen Thema, und man war sich einig, dass es schade sei, dass diese Shows im Frühjahr im Lenautheater nicht mehr stattfinden konnten. Also schlug die Stadtchefin vor, den Kasperl über den Sommer einmal wöchentlich im Freibad spielen zu lassen. Nocchieri war sofort von der Idee begeistert, ein Gespräch mit der Puppenspielerin Marion Roll folgte und bereits am 1. Juli trat der Kasperl im Freibad zum ersten Mal auf.

Die Kosten übernimmt zur Gänze die Stadt und Roll muss das Honorar für diese Aufführungsserie auch nicht mit dem Lenautheater teilen. Sie hat sich entschieden, mit ihrer Bauchladen-Bühne aufzutreten. Das erspart ihr einerseits das wöchentliche Auf- und Abbauen der Bühne und erlaubt ihr andererseits eine viel unmittelbarere Interaktion mit den Kids.

Ihre erste Aufführung im Freibad am 1. Juni war schon ein toller Erfolg, die Kinder waren sofort mit Feuer und Flamme dabei. Nach der Aufführung konnten sie dem Kasperl die Hand schütteln. Bis Ende August wird es also jeden Mittwoch um 16.30 Uhr eine Kasperl-Aufführung im Freibad geben, immer unter der Voraussetzung, dass es das Wetter zulässt.

Seit 2008 ist Roll als Puppenspielerin tätig, zu diesem Zeitpunkt hat sie auch ihre erste Puppe, natürlich den Kasperl, selbst gebastelt. Inzwischen verfügt sie über 35 Figuren. Die Spielpause während der Coronakrise nutzte sie, um neue Ideen und die dafür notwendigen Puppen zu entwerfen.