„Wo hat man so eine Lage wie im Bezirk Korneuburg?“. Bezirk ist in den letzten Jahren um eine mittlere Kleinstadt wie Korneuburg gewachsen.

Von Veronika Löwenstein, Michaela Höberth und Alexandra Frantz. Erstellt am 14. Februar 2018 (05:00)
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Der Bezirk Korneuburg ist als Wohnort beliebt. Das bringt aber auch neue Herausforderungen mit sich.

Der Bezirk Korneuburg ist seit dem Jahr 2002 um 13.654 Einwohner gewachsen – das entspricht der Größe der Stadt Korneuburg.

Er ist damit nach Bruck an der Leitha und der Stadt Wiener Neustadt die am drittstärksten wachsende Region in Niederösterreich. Am 1.1.2018 gab es im Bezirk Korneuburg um 17,8 Prozent mehr Einwohner als am 1.1.2002.

„Am generellen Trend, der Schrumpfung von Bevölkerung in peripheren Regionen und dem Bevölkerungswachstum im Einzugsgebiet Wien, hat sich nichts geändert“, konstatiert Regina Fuchs von der Statistik Austria. Diese Entwicklung ist auch im Bezirk Korneuburg ablesbar. Den größten Zuzug verzeichnen die Städte und die Gemeinden in Wien-Nähe, am wenigsten ist den letzten 16 Jahren Stetteldorf gewachsen.

Laab: "Stockerau hat attraktives Angebot"

Die kleine Gemeinde am Bezirksrand hat heute nur um 30 Einwohner mehr als im Jahr 2002. VP-Bürgermeister Josef Germ strebt für die nächsten Jahre ein vernünftiges Wachstum an, das aber nicht explodieren soll. Zwölf Wohneinheiten sind in Planung, weitere drei sollen über der neuen Arztpraxis entstehen. Die Suche nach Baugründen sei aber oft nicht einfach, weil Grundstücke in Bauhoffnungslagen gute Geldanlagen seien, umreißt er die Problematik.

Für SP-Bürgermeister Helmut Laab ist es keine große Überraschung, dass Stockerau mit einem Zuwachs von 2.470 Neubürgern seit 2002 vorne mit dabei ist: „Es ist das, was ich immer predige: Stockerau hat ein attraktives Angebot“, weiß er. Die Stadt böte nicht nur eine besonders gute Verkehrsanbindung, sondern auch eine entsprechende Versorgung, Freizeitanlagen, Arbeitsplätze und – unschlagbar – die unmittelbare Nähe zur Au. „Wo hat man schon diese Lage?“, so Laab.

Dass mit dem starken Wachstum auch neue Verpflichtungen einhergehen, liegt auf der Hand. Die entsprechende Infrastruktur für all die neuen Bewohner zu schaffen, sieht Laab als eine der Kernaufgaben der Stadtregierung.

Gerasdorf profitiert von der Nähe zu Wien

Den in absoluten Zahlen größten Zuwachs im Bezirk hatte die Stadt Gerasdorf in den letzten 16 Jahren. Die Bevölkerung ist auf über 11.000 Bürger angewachsen. SP-Bürgermeister Alexander Vojta sieht die Entwicklung durchaus positiv: „Wir wachsen, weil wir eine attraktive Wohngemeinde am Stadtrand von Wien sind. Wir haben eine sehr gute Infrastruktur und die Kinder sind in den Kindergärten und Schulen bestens aufgehoben“, begründet Vojta das Interesse. Man sei auch bemüht, in den nächsten zehn Jahren neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Mit dem Zuzug dreht sich die Preisspirale am Wohnungsmarkt immer höher. „Mittlerweile verwenden Familien schon die Hälfte ihres Einkommens für Wohnen“, veranschaulicht Alfred Jordan, Bezirksstellenleiter der Arbeiterkammer Korneuburg, die Folgewirkung, „für andere Dinge bleibt da nicht mehr viel über.“

Die Konsequenz sei, dass auch die Gemeinden, die weiter weg von Wien liegen, aufgrund der Grundstückspreise attraktiver werden. Gleichzeitig wird auch die Mobilität ein Thema, „denn ohne Auto geht dann nichts mehr“, weiß Jordan. Und obwohl Korneuburg ein attraktiver Betriebsstandort sei, erinnert Jordan an den Abgang von Traditionsbetrieben wie Xylem, Isover und Auer-Blaschke in den letzten Jahren.

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