Gastro-Krisenmanagement: „Es ist alles nicht lustig“. Dreikönigshof freut sich über Resonanz auf Lieferservice. Alt-Funktionär mahnt: „Nichts zu verdienen.“

Von Veronika Löwenstein und Michaela Höberth. Erstellt am 08. April 2020 (05:39)
Hofft auf eine baldige Normalisierung: Franz Riefenthaler (links). SInd zufrieden mit ihrem Lieferservice: Thomas Hopfeld und seine Frau Nicola (rechtes Bild).
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Das Team des Stockerauer Dreikönigshofs, bekannt für sein Restaurant und als Seminarhotel, musste den Betrieb durch die Coronamaßnahmen ebenfalls komplett umstellen: Thomas Hopfeld, Leiter des Familienbetriebs, bringt die Gerichte jetzt direkt vor die Haustür, der neue Lieferservice erfreut sich größter Beliebtheit.

Zufrieden mit ihrem Lieferservice: Thomas Hopfeld und seine FrauNicola.
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„Wir wollten unsere Gäste trotz der Krise versorgen. Die Resonanz war sehr positiv. Mittlerweile fahren wir sogar mit zwei Autos aus. Die meisten Bestellungen kommen aus Stockerau, aber wir haben auch schon nach Langenzersdorf geliefert“, erzählt er. Und seit dem Start des neuen Angebots am 24. März hat man Erfahrungen gesammelt, was die Kalkulation der Speisenmengen angeht.

„Wer das als Lösung verkauft, hat von der Branche null Ahnung!“Franz Riefenthaler aus Großmugl über das Abholen von Speisen

„In der ersten Woche mussten wir uns noch etwas herantasten, aber grundsätzlich produzieren wir nur das, was am Vortag bestellt wurde. Wir haben natürlich Alternativen, sollte ein Gericht ausgehen“, schildert Hopfeld.

Wie groß der Schaden für seinen Betrieb sein wird, lasse sich noch nicht abschätzen. Dass seit Freitag wieder Speisen in den Lokalen abgeholt werden dürfen, werde vielen Gastronomen in dieser Phase helfen, glaubt er. „Wir werden beides anbieten, Lieferservice und Abholung“, so Hopfeld.

Hofft auf eine baldige Normalisierung: Franz Riefenthaler.
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„Es ist alles nicht lustig“, seufzt indes Franz Riefenthaler, langjähriger Gastro-Bezirksvertrauensmann. Dass jetzt die Abholung von Speisen im Betrieb möglich ist, stimmt ihn nicht glücklicher. „Wer das als Lösung verkauft, hat von der Branche null Ahnung!“, sagt der Großmugler. Man brauche extra Geschirr für die Speisen und ein Bezahlsystem, weil nicht bar kassiert werden darf, gibt er zu denken, „damit kann man nicht einen Cent verdienen“.

Auch die Planbarkeit frisch zubereiteter Speisen sei ein Problem: „Ich bereite vielleicht 30 Portionen vor und dann brauche ich nur 15?“, schüttelt er den Kopf. Viele seiner Kollegen seien der gleichen Meinung. Für die Kunden, die derzeit nicht aus dem Haus gehen, habe er freilich Verständnis. Die Stammklientel in den Gasthäusern seien aber gerade ältere Menschen, also die Risikogruppe.