Ölheizungs-Verbot: Geringere Belastung für Umwelt. Seit 1. Jänner dürfen Ölheizungen nicht mehr eingebaut werden. Die NÖN zeigt, wie die Entwicklung im Bezirk verläuft.

Von Herwig Mohsburger. Erstellt am 09. Januar 2019 (04:30)
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Niederösterreich ist das erste Bundesland, in dem es in Neubauten keine Ölheizungen mehr geben wird. Dennoch: Jeder sechste Haushalt heizt immer noch mit Öl. Um den Umstieg zu erleichtern, gibt es einen Bonus: Bis zu 5.000 Euro erhält, wer von Öl auf ein alternatives Heizsystem umsteigt.

„Der Umsatz mit Heizöl wird von Jahr zu Jahr um ein paar Prozent weniger, weil die Leute auf andere Systeme umsteigen“Thomas Swoboda von M&S Brennstoffhandel Swoboda e. U. in Stockerau

„Der Umsatz mit Heizöl wird von Jahr zu Jahr um ein paar Prozent weniger, weil die Leute auf andere Systeme umsteigen“, erklärt Thomas Swoboda von M&S Brennstoffhandel Swoboda e. U. in Stockerau auf Anfrage der NÖN. Ganz deutlich habe man das gespürt, als vor einigen Jahren die Ölpreise eine Saison lang extrem hoch waren. Viele Hausbesitzer hätten nicht gewartet, wie sich die Preise weiter entwickeln, sondern ihre Heizungen modernisiert.

Dazu kommt laut Swoboda, dass „Kistenholz sehr oft als günstige Zweitheizung bei einem Kamin eingesetzt wird“. Wer das Haus mit Holz heizt, verbrennt übrigens kaum heimische Wälder: Zu rund 95 Prozent stammt Brennholz aus dem Ausland, vorwiegend von unseren östlichen Nachbarn, so der Brennstoff-Experte.

Im Vergleich zu den rund 15 Prozent der niederösterreichischen Haushalte, die noch mit Öl heizen, „ist der Anteil im Bezirk deutlich niedriger, in Korneuburg sogar verschwindend gering“, berichtet Christian Gepp, Landtagsabgeordneter und Bürgermeister von Korneuburg. In der Bezirkshauptstadt ist auch die Fernwärme verhältnismäßig gut ausgebaut – über die EVN und über kleinere Einzellösungen. Zudem gebe es Pläne über weitere Erschließungen, auch für Einfamilienhäuser. „Wer umsteigen will, sollte bei der EVN nachfragen“, rät Gepp.

Nur rund sieben Prozent Ölheizungen

Die Statistik gibt ihm recht: Mit rund sieben Prozent Ölheizungen ist der gesamte Bezirk sehr umweltbewusst. Besser schneiden nur St. Pölten, Krems und Wiener Neustadt ab – die Städte wohlgemerkt. Schlusslicht ist Melk mit noch 32 Prozent. In absoluten Zahlen sind rund 2.100 Ölheizungen im Bezirk noch aktiv.

Seit sie Bürgermeisterin von Leobendorf ist, „wurden auf jeden Fall keine Ölheizungen mehr neu gebaut“, erinnert sich Magdalena Batoha. Bei Neubauten seien schon seit längerer Zeit meist Wärmepumpen in den Einreichplänen vorgesehen. Die Gemeinde selbst, der Grunerhof und das Grätzel bis inklusive Pfarrhof hängen weitgehend an einer Fernwärmeanlage. „Leider ist deren Kapazität schon erschöpft“, so Batoha.

„Marginal noch vorhanden“, schätzt der Bürgermeister von Ernstbrunn, Horst Gangl, die Zahl der Ölheizungen ein. Er kann sich nicht erinnern, wann zuletzt eine Ölheizung in Einreichplänen zu finden war. Fernwärme wäre für Gangl ein Thema. Dazu müsste man aber die Straßen aufreißen „und genügend Abnehmer finden“.

„Ölheizungen werden schon seit Jahren nicht mehr verbaut“, berichtet Birgit Schretzmayer von Quasnitschka Haustechnik in Stockerau. Selbst Gasheizungen finden sich kaum noch in Neubauten. Zumeist sind es Wärmepumpen oder Pelletsheizungen, die in neuen Einfami-lienhäusern installiert werden. Gasthermen werden am ehesten noch in Wohnungen als Ersatz für ein altes Gerät installiert. Mit Ölheizungen hat das Unternehmen hauptsächlich bei deren Abbau zu tun.

Ölpreis entscheidet über Umrüstung

Differenzierter sieht Klaus Neubauer aus Ernstbrunn die Entwicklung. Er vertreibt ÖkoFEN-Pelletsheizungen – „die direkten Gegner der Ölheizungen“, denn in Neubauten würde eher auf Wärmepumpen oder Gas gesetzt. In den vergangenen zwei, drei Jahren sei das Interesse an Pellets gesunken, stattdessen seien viele alte Ölanlagen durch neuere Ölbrenner ersetzt worden. „Der Ölpreis ist wieder gesunken – und damit bleiben viele Konsumenten auch weiter bei fossilen Brennstoffen“, weiß Neubauer.

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