45 Weinstöcke verstümmelt

Erstellt am 13. Mai 2022 | 05:25
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Unbekannte verstümmelten 45 Weinstöcke in Bisamberg, die Umstände der Tat sind mysteriös. Winzer kontrollieren nun häufiger in den Rieden.

Mit lediglich 17 Ar (1.700 Quadratmeter) unterhält Tina Hladik einen kleinen, aber feinen Weingarten am Hochfeld, mitten in der Gemeinde. Als sie vor Kurzem Nachschau hielt, stockte ihr der Atem: Bei insgesamt 45 Weinstöcken wurden die Strecker abgeschnitten, das bedeutet für sie einen Entfall von etwa 15 Prozent der Ernte oder rund 500 Euro Verlust in diesem Jahr. Wenigstens wurden die Stöcke nicht komplett verstümmelt, sodass sie im nächsten Jahr wieder Trauben tragen könnten, hofft Hladik zumindest.

Sie vermutet einen Vandalenakt und ärgert sich: „Das ist kein Lausbubenstreich.“ Anders sieht das die Polizei, die laut Hladik die Tat nicht als Vandalenakt, sondern als Sachbeschädigung bezeichnete. Für sie ist das aber irrelevant: „Der Schaden bleibt so oder so, wie man die Tat auch immer nennen mag.“

Über das Warum kann sie nur rätseln: „Ich habe keine Feinde und ob der geringen Größe des Weingartens auch keine Neider oder Konkurrenten.“ Ihre Winzerkollegen waren entsetzt und wurden durch den Vorfall nun selbst sensibilisiert. Häufigere Kontrollen in den Rieden sind die Folge. Hladik bindet Spaziergänger und die Jägerschaft ein und bittet sie, die Augen offen zu halten.

Neben dem Warum muten auch die Hintergründe der Tat eigenartig an. In den Nachbargärten wurden keine Schäden festgestellt. Die 45 Stöcke befinden sich genau im Zentrum des dreizeiligen Weingartens, der deshalb kaum einsehbar ist. Die Schnittstellen waren glatt und noch relativ frisch. Weder abgeschnittene Reben noch die markant in rot leuchtenden Bänder, mit denen sie an den Führungsdraht gebunden waren, waren am Tatort zu finden.

Dazu kommt, dass man für den Schnitt zumindest eine Gartenschere und für dickere Äste noch „schwereres Gerät“ benötigt hätte. Und schließlich spielt der Zeitfaktor keine zu unterschätzende Rolle: Um so viele Stöcke zu verstümmeln, benötigt man mehr als nur ein paar Minuten. Alles Faktoren, die eigentlich auf eine gezielte Tat gegen sie schließen lassen, doch Hladik bleibt dabei: „Ich kann mir das nicht vorstellen.“