Update am 15. Juni 2018, 12:22

von APA Red und Michaela Höberth

Frau erstach vier Monate alte Tochter. Eine 41 Jahre alte Frau steht im Verdacht, am Donnerstag in einer Gemeinde im Nordosten des Bezirks Korneuburg ihre vier Monate alte Tochter erstochen zu haben.

Die Beschuldigte soll im Zuge einer psychischen Beeinträchtigung gehandelt haben, teilte die Landespolizeidirektion Niederösterreich am Freitag auf Anfrage mit. 

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Beschuldigte fügte sich Verletzungen zu

Die 41-Jährige hat sich laut Polizeisprecher Heinz Holub nach der ihr zur Last gelegten Tat vom Donnerstagnachmittag selbst Verletzungen zugefügt, die nicht näher definiert wurden. Die beschuldigte ungarische Staatsbürgerin wurde stationär in einem Krankenhaus aufgenommen.

Eine Befragung der Frau war noch nicht möglich. Die Beschuldigte sei vorerst nicht einvernahmefähig gewesen, teilte die Polizei Freitagfrüh mit. Das Landeskriminalamt Niederösterreich hat die Ermittlungen übernommen. Erhebungen am Tatort dauerten an. Die Staatsanwaltschaft Korneuburg hat die Obduktion der Leiche des vier Monate alten Mädchens angeordnet. Der Vater des Kindes dürfte die Bluttat bei seiner Heimkehr am Donnerstagnachmittag entdeckt haben.

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Bürgermeister Gangl erschüttert

„Ich kenne die Frauen seit Jahren persönlich und kann nicht glauben, was passiert ist“, ist Bürgermeister Horst Gangl erschüttert. Er habe sich oft mit ihr am Hauptplatz unterhalten, „sie war ein herzensguter Mensch“, weiß er. Für ihn ist klar: Die Gemeinde wird der Familie unter die Arme greifen und die Frau und ihren Ehemann unterstützen. Gangl kann selbst kaum fassen, was passiert ist: „So einen Vorfall hatten wir in Ernstbrunn noch nie.“

Tatwaffe wurde sichergestellt

Friedrich Köhl, Sprecher der Anklagebehörde, teilte auf Anfrage mit, dass das Baby mit einem Messer erstochen worden sei. Die Tatwaffe sei sichergestellt worden. Ob es einen Antrag auf U-Haft oder auf vorläufige Anhaltung der Beschuldigten geben wird, stand vorerst nicht fest. Die Staatsanwaltschaft wolle diesbezüglich die Unterlagen prüfen, die von der Polizei übermittelt werden, sagte Köhl. Mit einem Ergebnis der Obduktion werde zu Beginn der kommenden Woche gerechnet.