Niederhollabrunn

Update am 20. August 2018, 15:15

von Cornelia Grotte

Hunderte Schafe litten unter Hitze und Wassermangel. In einem Schächtbetrieb in Bruderndorf (Bezirk Korneuburg) waren am Sonntag Tierschutzverein, Amtstierarzt und Polizei im Einsatz.

Der Tierschutzverein "RespekTiere" war seit einiger Zeit als überzeugter Gegner des Schächtens in ganz Niederösterreich unterwegs. Bei einem Lokalaugenschein in Bruderndorf bot sich den Tierschützern ein schrecklicher Anblick.

Laut Tierschutzverein waren rund 800 bis 1000 Schafe für das Islamische Opferfest aus Rumänien zu dem Schlachtbetrieb nach Bruderndorf angeliefert und in einem Hof ohne jeglichen Schutz vor Hitze und Sonne gesperrt worden. Die Tiere hätten, so Tom Putzgruber von RespekTiere, nur drei „Maurereimer“ voll mit Wasser gehabt.

Schlachtbetriebbesitzer Cemile Gündüz wehrt sich gegen die Vorwürfe des Tierschutzvereins, die Tiere hätten nicht ausreichend Wasser gehabt und tagelang in der Hitze ausharren müssen: „Wir haben extra darauf geachtet, dass die Tiere drei bis vier Tage vor dem Opferfest bei uns ankommen. Die Tiere haben auch ausreichend Wasser. Ich lasse doch meine Tiere nicht ohne Wasser!“

Auch laut Bezirkshauptmannschaft seien die Tiere bei der Anlieferung ausreichend mit Wasser und Heu versorgt worden.

Auch Landesrat Waldhäusl meldete sich zum Vorfall

Der Verein wollte jedoch nicht länger zusehen und rief am Sonntag-Abend die Polizei und den Amtstierarzt. Der Betriebsinhaber musste daraufhin die Tiere mit Wasser abspritzen, um den Hitzestau bei den ungeschorenen Tieren zu vermeiden. Auch frisches Wasser sei den Tieren, laut Putzgruber, vor dem Eintreffen des Amtstierarztes gegeben worden.

Montagfrüh mussten dann sofort Planen besorgt werden, um den Tieren einen Unterstand zu bauen. „Wir haben eh schon Schatten gemacht. Mehr möchte ich dazu nicht sagen“, äußerte sich der Fleischereibesitzer gegenüber der NÖN.

Bürgermeister Jürgen Duffek dazu: „Religionsfreiheit ist wichtig, sie darf aber nicht über dem Tierschutzgesetz stehen. Dieses sollte im gleichen Maß für alle Betriebe gelten.“

Auch Landesrat Gottfried Waldhäusl meldete sich zu dem Vorfall via Pressemitteilung: „Diese unnötigen Tierquälerein rund um das Schächten wird es in Niederösterreich nicht geben! Jede Art von Tierquälerei hat in Niederösterreich keinen Platz, eine dahingehende Anzeige wurde umgehend erstattet.“


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