Mit dem Strom-Auto in die Zukunft fahren. Das Interesse für Autos mit Elektroantrieb ist im Steigen. Wer damit fährt, will nie wieder zurückwechseln.

Von Herwig Mohsburger. Erstellt am 17. Juli 2019 (03:53)
Mohsburger.
Gerhard Zwickl will nie wieder Autos mit Benzin- oder Dieselmotor bewegen. Er schwört auf den Elektroantrieb.

Mehr als 7.000 Elektroautos gibt es mittlerweile in Niederösterreich, Tendenz steigend. Im Bezirk erhöhte sich die Zahl von 368 zum Jahresende auf mittlerweile 421, das ist Platz sechs von allen Bezirken. Das Angebot wird größer, immer mehr Hersteller bauen Elektrofahrzeuge. Der erste mit Strom betriebene Mercedes werde in etwa zwei Monaten ausgeliefert, freut sich Händler Karl Strauß aus Stockerau: „Das Kundeninteresse ist da, besonders bei Firmen wegen der Steuervorteile.“

Einen leichten Käuferrückgang ortet hingegen Stefan Hitzinger vom Autohaus Schallgruber in Stockerau: „Die, die interessiert waren, haben schon gekauft.“ Problematisch sei die Lieferzeit von bis zu einem Jahr. 

Viele Firmen als Kunden hat auch Peter Valo vom Autohaus Pesek in Stockerau, denn die Elektrofahrzeuge sind vorsteuerabzugsberechtigt und zudem kein Sachbezug für Mitarbeiter. Valo zerstreut auch die Angst vor mangelnder Reichweite: „Wenn man dann hört, wie viel die Kunden im Schnitt am Tag fahren – das ist kein Problem.“

"Elektroautos sind nicht mehr aufzuhalten"

Das bestätigt auch Werner Sellinger, Chef von Grünplan in Leobendorf. Seit über vier Jahren ist er ausschließlich elektrisch unterwegs, fährt 27.000 Kilometer im Jahr. „Ich kann es mir nicht vorstellen je wieder anders zu fahren“, erklärt Sellinger. Die Reichweite sei „spannend, wenn man eine Strecke zum ersten Mal fährt“.

Deshalb rät er: „Man muss das Hirnkastl schon einschalten und bei längeren Fahrten die Pausen zum Laden nutzen.“ Für ihn ist es mittlerweile ein großer Luxus, „dass es kein monotones Motorbrummen und keinerlei Vibrationen gibt.“

„Elektroautos sind nicht mehr aufzuhalten“, erklärt Unternehmer Gerhard Zwickl aus Stockerau, er hat bereits das zweite
E-Mobil. Umgestiegen ist er vor drei Jahren, „ganz einfach wegen der Kosten“. Die Ersparnis zu einer Limousine im gehobenen Segment macht rund 12.000 Euro pro Jahr aus. Auch er nutzt als Unternehmer den Steuervorteil, den Strom für die Batterien erzeugt er selber, „Kosten gibt es nur noch für Reifen.“

Beim „Tanken“ sei auch Denken gefragt, so Zwickl: Ist eine Schnellladestation besetzt, muss bei einer normalen Station der nötige Strom geholt werden, um zu einem anderen Schnelllader zu kommen.

Netz der Ladestationen wird immer dichter

Öffentliche Tankstellen gibt es im Bezirk bereits 49 in unterschiedlichsten Ausführungen. Sogar bei manchen Gasthäusern kann während des Essens gratis geladen werden. 18 Ladestationen wurden im vergangenen Jahr von der „Klima- und Energiemodellregion 10vorWien“ installiert, fünf weitere werden es heuer sein, erklärt Projektverantwortliche Karin Schneider.

Stetten ging gerade in Betrieb, die Fossilienwelt und das Sportzentrum Alte Au in Stockerau stehen am Programm. „Es dauert aber, bis neue Ladestationen bekannt werden“, so Schneider.

Beim E-Carsharing-Projekt in Bisamberg, Hagenbrunn und Sierndorf ortet Schneider „noch Luft nach oben“. Gemeinden und Private können an zentralen Standorten die Elektrofahrzeuge ausprobieren. Im Juni wurden sogar die Tarife gesenkt, aber das Interesse ist trotzdem bescheiden, obwohl die Standorte sehr zentral sind.

Jetzt ist die spannende Phase, um alles auszuprobieren.“Gemeinderat Peter König

Begeistert vom Elektroauto sind die Gemeindebediensteten in Hausleiten. „Für den kommunalen Bereich sind wir total zufrieden“, erklärt Bürgermeister Josef Anzböck. Seit etwa fünf Jahren ist der kleine Lieferwagen im Einsatz, gefahren werden im Schnitt 30 Kilometer am Tag, aufgeladen wird beim Bauhof. „Alle Mitarbeiter fahren total gerne damit“, so Anzböck. Deshalb wird überlegt, in die Jahre gekommene Transporter gleich durch E-Fahrzeuge ersetzen.

In Langenzersdorf sind bereits vier Elektroautos im Einsatz, „und alle sind begeistert“, bestätigt Gemeinderat Peter König. Er selbst hat seit 15 Jahren den einsitzigen City El für Kurzstrecken im Einsatz. Er ist gerade auf der Suche nach einem Elektroauto für die Familie: „Jetzt ist die spannende Phase, um alles auszuprobieren.“

Umfrage beendet

  • Gehört den E-Autos die Zukunft?