Erneut Missstand in einem Schweinmastbetrieb?

Erstellt am 01. Juli 2022 | 19:39
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Der „Verein gegen Tierfabrik“ berichtet von verkoteten Spaltenbuchten und verletzten Tieren. Die Bezirkshauptmannschaft Korneuburg hat Ermittlungen in die Wege geleitet. Bürgermeister und Betreiber reagieren auf die Vorwürfe.

Der „Verein gegen Tierfabrik“ (VGT) hat gestern (30. Juni) Stellung vor einem weiteren Schweinemastbetrieb im Bezirk Korneuburg bezogen. Gefordert wurde das Ende des Vollspaltenbodens, die VGT-Mitglieder hissten dazu das Transparent „Stroh statt Beton!“

Laut VGT seien in jenem Stall die Vollspaltenbuchten völlig verkotet und die Schweine würden sich im einstreulosen Betrieb ohne Wühlmöglichkeit gegenseitig in abstehende Körperteile beißen. Ihre Gelenke seien entzündet, „sodass die Schweine nur unter Schmerzen gehen können“.

Der Bürgermeister der betroffenen Gemeinde wundert sich sehr: „Das ist ein vorbildlicher Betrieb. Ich kann nichts ausschließen, aber das würde mein Weltbild durcheinanderbringen.“ Die Bezirkshauptmannschaft Korneuburg gibt heute bekannt, dass die Ermittlungen derzeit noch laufen. Die betroffene Betreiber-Familie sagt auf NÖN-Nachfrage: „Wir machen unsere Arbeit nach besten Wissen und Gewissen. Das ist 100 Prozent so.“

VTG-Obmann Martin Balluch fordert jedenfalls noch vor der parlamentarischen Sommerpause „eine klare Weichenstellung der Regierung“. Denn: „Es reicht mit den ständig neuen Bildern grässlich verletzter Schweine auf Vollspaltenboden“, sagt er. „In Wahrheit ist das ein Systemfehler, der nur aufgehoben werden kann, indem man das System ändert.“