Kindergarten unter Wasser: „Schaden liegt bei 250000€ “. Neubau in Ernstbrunn stand unter Wasser, die vier Gruppen mussten umsiedeln. Sperre wird zwei Monate dauern.

Von Josef Christelli. Erstellt am 12. Mai 2021 (05:11)
ÖVP-Bürgermeister Horst Gangl und Kindergartenleiterin Elisabeth Kraft- Wegerth stehen fassungslos im neuen Kindergarten. Der Schaden durch den defekten Heißwasserspeicher wird auf 250.000 Euro geschätzt.
Christelli, Christelli

Ein defekter Heißwasserspeicher setzte den gesamten Kindergarten unter Wasser. Die traurige Kindergartenleiterin Elisabeth Kraft-Wegerth erzählt: „Rund drei Zentimeter hoch stand das Wasser und rann uns beim Eingang entgegen.“ Und sie seufzt: „Unser schöner neuer Kindergarten ... Wir waren alle sehr glücklich hier.“

ÖVP-Bürgermeister Horst Gangl hat alle notwendigen Sofortmaßnahmen zur Schadensminimierung und Sanierung eingeleitet. Alle vier Gruppen wurden anderweitig untergebracht, in der Schule und im alten Kindergarten, das „Ernsti-Nest“ wurde in das Pfadfinderheim verlegt. Er zieht den Hut: „Ich muss allen Kindergarten-Mitarbeitern großes Lob zollen, sie haben fast bis zum Umfallen gearbeitet und mit geholfen.“ Auch die Bauhof-Mitarbeiter waren über das Wochenende voll im Einsatz und haben die Übersiedelung der Gruppen in drei Tagen geschafft. Auch, dass Alois Pamperl mit allen Arbeitern sowie Maschinen und Geräten anrückte, um sofort mit den Sanierungsmaßnahmen zu beginnen, will der der Ortschef nicht unerwähnt lassen.

Gangl: „Danke allen Eltern für Verständnis“

Gangl hat alle Sachverständigen und die eingesetzten Firmen mit Reparaturarbeiten beauftragt, um keine Zeit zu verlieren. Wie der Wasserschaden entstanden ist, kann noch nicht beantwortet werden, vermutet wird ein Defekt am Boiler. Am Donnerstag um 17 Uhr war noch jemand im Haus, hatte aber nichts gemerkt, am Freitag um 7 Uhr früh wurde dann das Malheur entdeckt.

Das im September 2020 in Betrieb genommene Gebäude mit 1.200 Quadratmetern kostete 2,42 Millionen Euro. Jetzt sind 400 Quadratmeter Parkett kaputt, in den Betonboden wurden 120 Löcher gebohrt, um den Unterbau zu trocknen. Sämtliche Zwischenwände mussten aufgeschnitten werden, um die feuchte Dämmung zu entfernen. Derzeit laufen eine Menge Entfeuchtungsgeräte und Trocknungsschläuche stecken in den Böden. Gangl hat Sachverständige zurate gezogen und alle beim Bau involvierten Firmen kontaktiert: „Den Schaden schätze ich mittlerweile auf rund 250.000 Euro. Mit der Versicherung wird verhandelt, auch der Hersteller des Boilers wurde kontaktiert“, berichtet Gangl, dem wichtig ist, dass keine Feuchtigkeit im Haus zurückbleibt.

Dass die Kindergruppen bald wieder in den neuen Kindergarten einziehen können, ist der große Wunsch Gangls, doch zwei Monate werde es schon dauern, schätzt er. Täglich ist der Ortschef mit Sachverständigen vor Ort, um die Arbeiten rasch vo ranzutreiben.

„Danke allen Eltern für ihr Verständnis in dieser Situation. Mir wäre auch lieber, ich hätte mehr Zeit für unsere neu geplanten Baustellen B40-Hauptplatz, Parkanlagen, Wasserleitungs- und Regenwasserkanalbau“, sagt Gangl, der weiß, dass der Kindergarten Priorität hat.