Abfallwirtschaft: „Dringende Anpassung der Tarife“. Der Tarif des Abfallwirtschaftsverbandes sorgt für Unmut, SPÖ-Stadtrat Kramer nimmt dazu Stellung.

Von Julia Winter. Erstellt am 03. März 2021 (04:18)
Stadtrat Michael Kramer verteidigt die AWS-Gebühren.
privat

Während sämtliche Ausgaben in Zeiten von Corona auf ein Minimum reduziert werden, stiegen die Gebühren im Bereich der Gerasdorfer Abfallwirtschaft merklich an und sind vielen Bürgern nun ein Dorn im Auge. Der 2021 erhöhte Tarif des Abfallwirtschaftsverbandes Schwechat (kurz AWS) löste hitzige Diskussionen verärgerter Gerasdorfer aus, die in sozialen Netzwerken wie Facebook breitgetreten wurden.

Im Fokus steht das Unverständnis für die gestiegenen Gebühren, die beim Besitz einer Restmüll-, Bio und Altpapiertonne zu einer monatlichen Mehrbelastung von rund 3 Euro pro Haushalt führen. Aber auch die Intervalle der Abfuhrtermine, die laut einigen Gerasdorfern erhöht werden sollten, stehen im Zentrum der Kritik.

„Mit den AWS-Gebühren liegen wir im Vergleich zu anderen Verbänden mit demselben Angebot im unteren Mittelfeld.“ SPÖ-Stadtrat Michael Kramer

Vom Abfallwirtschaftsverband Schwechat, der für die Preiserhöhung verantwortlich ist, wurde auf NÖN-Anfrage bis dato kein Statement geliefert. SPÖ-Stadtrat und ständiger Vertreter des Bürgermeisters Michael Kramer, der in Verbindung mit dem AWS steht, weiß jedoch, dass die Preissteigerung eine Inflationsanpassung darstellt.

Er erinnerte, dass die letzte Gebührenerhöhung im Jahre 2011 erfolgte: „Somit mussten die Tarife dringend wieder angepasst werden.“ Auch seien die aktuellen Gebühren keineswegs zu hoch, ganz im Gegenteil: „Mit den AWS-Gebühren liegen wir im Vergleich zu anderen Verbänden mit demselben Angebot im unteren Mittelfeld. Wobei das Leistungsangebot der einzelnen Verbände kaum vergleichbar ist“, meint er.

Dass die Gebühren-Vorschreibung, die dem Gesetz nach von der Gemeinde vorgegeben werden sollte, an den AWS abgetreten wurde, befürwortet der Stadtrat nach wie vor: „Würde die Gemeinde einer Erhöhung der Gebühren nicht zustimmen, so würde der Verband in die Bredouille geraten und könnte die Abfallversorgung nicht mehr kostendeckend durchführen.“

Aufgrund der Erhöhung der Gebühren einen neuen Abfallwirtschaftsverband zu beauftragen, kommt für Kramer derzeit nicht in Frage. Mit der jährlichen Gebühr werden das Altstoffsammelzentrum, Personalkosten, Restmüll-, Altpapier- und Biotonne sowie auch der gelbe Sack finanziert.

Ein Wechsel zu einem anderen Verband, wie etwa zu jenem in Korneuburg, würde eine maximale Ersparnis von 20 Euro im Jahr pro Haushalt bringen; Angebote wie der mobile Häckseldienst oder die mobile Sperrmüllsammlung, die im aktuellen Tarif des AWS inkludiert sind, würden dort jedoch wegfallen. Dennoch sei es Kramer wichtig, die Daten des AWS zu überprüfen und auch Alternativen für den derzeitigen Abfallwirtschaftsverband in Betracht zu ziehen, um die bestmögliche Lösung zu finden. „Aus heutiger Sicht ist das Preis-Leistungsverhältnis jedoch sehr gut, berücksichtigt man das Leistungsspek trum in seiner Gesamtheit“, versichert Kramer.

Keine Erhöhung der Abfuhr-Intervalle

Auch eine Erhöhung des Intervalls der Abfuhrtermine hält der Sozialdemokrat aufgrund der damit einhergehenden Preiserhöhung seitens des AWS nicht für sinnvoll, da das Müllsystem ohnehin gut funktioniere: „Es ist jedoch wichtig, unsere Bürger und Bürgerinnen im Hinblick auf die Mülltrennung mehr zu sensibilisieren.“ Er appelliert an die Gerasdorfer, mehr auf Mülltrennung zu achten, um eine Intervallerhöhung und die damit verbundenen Kosten vermeiden zu können.

Im Interesse der Bürger soll das Thema rund um die Abfallwirtschaft in den nächsten Monaten näher behandelt werden. Hierbei möchte sich die Gemeinde selbst in die Pflicht nehmen und zukünftig besser über den Leistungsumfang des AWS informieren.

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