Ärger über die Pumpen zur Feldbewässerung. Das ökologische Projekt, Felder elektrisch zu bewässern, steht kurz vor der Fertigstellung. Aktuell sorgt allerdings ein aufgestelltes Dieselaggregat in Gerasdorf für Unmut.

Von Julia Winter. Erstellt am 12. Mai 2021 (03:13)
Die Feldbewässerung soll künftig umweltfreundlich erfolgen, bis aber alle Pumpen mit erneuerbarer Energie betrieben werden, dauert es noch.
 
Shutterstock/ NDAB Creativity

„Was ist wirklich los?“, fragt sich Andreas Strodl, ein verärgerter Bürger aus Gerasdorf. Konkret nimmt er Bezug auf das 1,7-Millionen-Euro-Projekt, im Zuge dessen eine Elek trifizierung der Feldbrunnen in Gerasdorf vorgenommen wurde. Dafür wurden über 70 Kilometer Kabel verlegt und neue Trafostationen gebaut. Von Dieselaggregaten wollten sich die Landwirte auf diesem Wege verabschieden.

Sowohl für die Umwelt als auch für die Anrainer stellt das Projekt eine gute Lösung dar: Die Beregnungspumpen können statt mit fossiler durch erneuerbare Energie betrieben werden. Die Lärmbelästigung gehört dadurch der Vergangenheit an. Die unmittelbare Anwohnerschaft konnte trotzdem noch nicht zufriedengestellt werden; der Wermutstropfen: „Leider müssen wir als Betroffene feststellen, dass seit einigen Tagen das alte Dieselaggregat im Bereich Oberlisse/Jägerstraße wieder aufgestellt wurde“, erklärt Strodl in einem Schreiben an die Projektbetreiber der Stadtgemeinde. Den Grund dafür sieht er in der fehlenden Lösung hinsichtlich der Stromlieferung; die baulichen Maßnahmen seien ihm zufolge nämlich schon abgeschlossen.

Strodl ruft nun dazu auf, einen Weg zu finden, um den Lärm des Dieselaggregats einzudämmen. Das soll noch vor der Bewässerung stattfinden. Das Einhalten von „vernünftigen Bewässerungszeiten“ sei für ihn unter anderem schon eine denkbare Lösung.

ÖVP-Gemeinderat Jürgen Trimmel, der als Landwirt ebenso Gebrauch von der Elektrifizierung der Feldbrunnen macht, ist bereits mehrmals mit Strodl in Kontakt getreten, wie er der NÖN erzählt. Strodls Aussage, wonach das Projekt bereits vollendet wurde, dementiert er: „Die Kabelverlegung ist zwar schon abgeschlossen, doch auf die Installation von Trafostationen und Zählern sowie die Freigabe des Stromanschlusses müssen einige Landwirte noch warten.“ Aus diesem Grund komme auch das Dieselaggregat im Bereich Oberlisse/Jägerstraße wieder zur Anwendung.

Die Verzögerung hänge mit den Auswirkungen der Pandemie auf die Bauindus trie zusammen, erklärt Trimmel, aber: „Wir bemühen uns, das Projekt so schnell wie möglich abzuwickeln, wir müssen aber auch Fristen wie Förderungen oder Stromlieferverträge abwarten.“

Als Übergangslösung soll der Lärm der Dieselpumpe im Bereich der Oberlisse/Jägerstraße mithilfe von Platten gedämmt werden. Dem Vorschlag Strodls, „zu vernünftigen Zeiten“ zu bewässern, könne nicht nachgegangen werden, so Trimmel: „Die Bewässerungszeiten sind in einer Bescheidvorgabe festgeschrieben und müssen eingehalten werden.“