Aufgebrachte Mutter zündete Haus des Sohnes an. Nach Brandstiftung marschierte 59-Jährige mit Koffer zur Polizei und gestand Tat: Sie wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 20. Januar 2020 (05:48)
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„Ja, aber fragen Sie mich nach dem Warum“, antwortet die Angeklagte auf die Frage von Richterin Monika Zbiral nach deren Verantwortung. Die 59-Jährige gibt unumwunden zu, aus Wut über den Sprössling dessen kleineres Haus auf der Liegenschaft in Gerasdorf angezündet zu haben.

Ja, erzählt sie, sie habe an mehreren Stellen des Hauses Polster verteilt, mit Speiseöl übergossen und angezündet. Dann sei sie mit einem bereits gepackten Koffer zur Polizei marschiert und habe die Tat gemeldet. Währenddessen bekämpften Feuerwehrleute das Feuer in dem kleinen Haus, das letztlich vollständig ausbrannte. Ein Übergreifen auf das große Haus der Familie auf der Liegenschaft und ein Nachbarhaus konnte verhindert werden.

„Er hatte dankbar zu sein“

Nach dem Tod ihres Mannes habe der Sohn die Stellung als Oberhaupt der Familie mit serbischen Wurzeln übernommen. Auf die Meinung der ehemaligen Clan-Chefin habe er nicht mehr gehört.

„Nach dem Tod meines Mannes hatte niemand Verständnis für mich. Er hatte dankbar zu sein“, wettert die Anklagte noch beim Prozess über den Sohn. Sie erzählt von despektierlichem Verhalten Angehöriger, eskalierenden Streitereien und ihren Suizidversuchen. Als letzten Ausweg, um ihren Zorn und schwellenden Groll loszuwerden, habe sie dann im Haus Feuer gelegt.

Die zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähige und bislang unbescholtene 59-Jährige wird wegen Brandstiftung und Bedrohung der Familie zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. „Ich kann doch nicht einsitzen“, meldete die 59-Jährige Strafberufung an.