Diebische Putzfrau muss hinter Gitter. Verschwundenes Schmuckstück wurde bei 36-Jähriger gefunden: Sie leugnete trotzdem.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 03. Februar 2020 (07:03)
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Sie habe stets nur ihren Job gemacht, nämlich putzen, erklärte eine Weinviertlerin vor Gericht mit fester Stimme. Dabei blieb die 36-Jährige aus dem Bezirk Gänserndorf auch, als Richter Manfred Hohenecker fragte: „Sie reinigten unter anderem im Haus einer Gänserndorferin, und die beklagte den Verlust einiger Preziosen, darunter ein auffälliger Anhänger, der bei Ihnen gefunden wurde. Können Sie das erklären?“ Sie habe den Großteil ihres Schmuckes vom verstorbenen Mann bekommen, zum Beweis legte sie einen Beleg eines Wiener Schmuckhändlers vor. Vom Richter eindringlich befragt, räumte der Geschäftsmann dann ein, dass er den Beleg für die „gute Kundschaft“ im Nachhinein erstellt habe. „Sie werden von der Staatsanwaltschaft wegen Beweismittelfälschung hören“, kommentierte der Richter harsch.

„In all den Jahren wo sie bei mir gereinigt hat, ist sie mir an Herz gewachsen. Erst fehlte Geld, und mir kam nicht in den Sinn, dass sie es genommen haben könnte. Erst als meine Tochter sie aus dem Schlafzimmer kommen sah, wo sie nie reingehen durfte und der Schmuck verwahrt war, keimte der Verdacht auf. Außer ihr war ja sonst niemand Fremdes im Haus“, schilderte das 80-jährige Opfer aus Gänserndorf sichtlich enttäuscht über den Vertrauensbruch der Weinviertlerin.

Trotz der belastenden Zeugenaussagen leugnete die Angeklagte weiterhin und beteuerte unter Tränen ihre Unschuld. Sie wollte auch zwei weitere Kundinnen (eine Lanzendorferin (74) und eine 90-Jährige aus Langenzersdorf) weder um ihr Geld – an die 2.000 Euro – gebracht, noch einen Ring im Wert von 7.000 Euro gestohlen haben.

„Ich habe keine Zweifel an Ihrer Schuld“, meinte der Richter und verurteilte die bislang unbescholtene Weinviertlerin zu einem Jahr Gefängnis. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.