Neues Konzept für Kinder-Betreuung. Alle Kinder finden im Herbst Platz in der Schulischen Tagesbetreuung. Die Stadt feilt gerade an einer flexibleren Gestaltung.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 05. August 2020 (03:48)
Fuchs-Moser verspricht: „Wir haben Platz für alle Kinder.“
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Der Kidspoint-Hort der Kinderfreunde ist mit Herbst definitiv Geschichte (die NÖN berichtete). Nach der Ankündigung der Betreiber Mitte Juli, die Einrichtung nach den Sommerferien zu schließen, hätte es keine weiteren Gespräche mit der Stadt gegeben, sagt Kinderfreunde-Obfrau und SPÖ- Gemeinderätin Karin Zwischenberger-Schuster.

27 Kinder waren im Hort zuletzt untergebracht – zu wenige für einen rentablen Betrieb. „Es sind in den letzten Jahren immer weniger Kinder geworden“, bedauert die Obfrau. Im Herbst hätte es nicht einmal für zwei Gruppe gereicht, begründet sie das Aus einer Institution, die einst drei Gruppen führte. Seit der Einführung der Schulischen Tagesbetreuung im Herbst 2012 kämpfte der Kinderfreunde-Hort um Kinder.

„Flexible Abholzeiten und dass wir an schulautonomen Tagen und in den Ferien offen hatten, waren Argumente für den Hort.“Karin Zwischenberger- Schuster, Kinderfreunde

Für die Eltern, die ihre Kinder für den Kidspoint-Hort im Herbst angemeldet hatten, war die Nachricht vom Ende eine echte Hiobsbotschaft, denn auch die Schulische Tagesbetreuung platzt aus allen Nähten. Und viele Eltern schätzten an der (teureren) Hortvariante die flexiblen Abholzeiten sowie die Betreuung während der schulautonomen Tage und der Ferien.

„Es wird für alle Kinder eine Betreuung geben!“ Das sagt nicht nur Zwischenberger-Schuster, das verspricht auch ÖVP-Vizebürgermeisterin Helene Fuchs-Moser. „Wir haben mit allen Eltern Kontakt aufgenommen“, berichtet sie. Untergebracht werden die Kinder im Rahmen der preislich wesentlich günstigeren Schulischen Tagesbetreuung.

Die soll nicht nur räumlich erweitert, sondern auch organisatorisch und pädagogisch umgemodelt werden. In Anlehnung an den bisherigen Hort sollen die Abholzeiten flexibler gestaltet werden. „Das genaue Konzept erarbeiten wir noch“, kündigt sie an, an den Kosten soll sich aber nichts ändern. Fix ist: Eine Betreuung soll es künftig auch in den Ferien und an den schulautonomen Tagen geben.

Für die Stadt drängt die Zeit, denn für den Ausbau der Schulischen Tagesbetreuung auf insgesamt sieben Gruppen werden die Räumlichkeiten des Kids point-Horts benötigt. „In der Schule geht sich eine weitere Gruppe nicht aus“, bestätigt Fuchs-Moser. Einfach übernehmen könne man die Räume nicht, „es gibt angeblich schadhafte Installationen“, so die Vizebürgermeisterin. Mitte August sollen die Arbeiten starten, damit die Schulische Tagesbetreuung ab 7. September mit sieben Gruppen in Betrieb gehen kann.

Laut ihrer Aussage hätten die Kinderfreunde von der Stadtgemeinde 23.000 Euro für eine Weiterführung verlangt. „Wir hätten aber nicht einmal mehr ein Gremium gehabt, wo wir das hätten beschließen können“, verweist sie auf die Sommerpause des Gemeinderates.