Zusammenhalt ist jetzt gefragt. Über die Handballfrauen aus dem Bezirk.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 20. Mai 2020 (05:52)

Nachdem Erfolgstrainer Karsten Schneider die WHA-Damen aus Stockerau verließ, müssen nun auch die Korneuburger Handballbundesligadamen einen neuen Coach suchen, denn Vera Steinbrecher ist an der Seiten linie ebenfalls Geschichte. Zwar haben diese beiden Trainerwechsel nur bedingt mit der Coronakrise zu tun, sie dürften aber ein erster Vorgeschmack darauf sein, was noch kommt.

Denn neben der unsicheren Zukunft, wann es endlich mit der Meisterschaft wieder losgeht, hängt über vielen Vereinen das Damoklesschwert der (wahrscheinlich) fehlenden Spon soren. Da ist es auch nicht förderlich, wenn die Einheit bzw. der Zusammenhalt der österreichischen Handballszene bröckelt – gut zu sehen beim „Keilen“ einiger Vereine um die besten Spieler anderer Klubs, wie am Beispiel der Stockerauerinnen. In Zeiten wie diesen ist das eigentlich ein moralisches No-Go, oder wie es UHC-Sportdirektor Wolfgang Kaindl drastischer formuliert: „Für mich eine Frechheit.“

Handball zählt zu den Sportarten, die wohl als letztes grünes Licht für einen regulären Meisterschaftsbetrieb bekommen. Ganz zu schweigen von den Problemen abseits des Spielfelds, denn auf Dauer würden viele Klubs Spiele ohne Zuschauer – inklusive Kantine und Sponsorenpräsenz – wirtschaftlich nicht durchhalten können, und Heimspiele mit nur wenigen Zuschauern und genügend Abstand scheinen nicht gerade sonderlich praktikabel. Gerade deshalb sollten der Zusammenhalt und die Solidarität besonders groß sein. Denn alleine wird niemand aus dieser Krise kommen.