Abfahrt Donau oder doch vierspurige B3?

Erstellt am 18. Oktober 2017 | 04:50
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Arbeiteten gemeinsam am Mobilitätskonzept: Thomas Pfaffl, Wolfgang Schenk, Regina Gruber, Erik Mikura, Elisabeth Kerschbaum, Bernhard Fürst, Richard Stawa, Andreas Käfer und Christian Gepp (v.l.).
Foto: Löwenstein
Experten sehen in Hauptplatz, Stadteinfahrten und Autobahnabfahrt die wichtigsten Herausforderungen der Zukunft.

Der Andrang im Rathaus, wo letzte Woche das im Gemeinderat beschlossene Mobilitätskonzept präsentiert wurde, war überschaubar.

Abseits von Politikern und Beteiligten informierte sich nur eine Handvoll Besucher, welche konkreten Projekte und Visionen im Bereich der künftigen Verkehrsplanung am Tisch liegen.

Die Inhalte wurden von den beiden Experten Andreas Käfer und Bernhard Fürst von der TRAFFIX Verkehrsplanung GmbH erläutert. Wobei Geschäftsführer Käfer betonte, dass es sich erst um eine Handlungsanleitung handle, „die muss weiter gelebt werden“, appellierte er. Umweltschonend, gesund, sicher, fair, effizient vernetzt sowie kompakt und attraktiv – diese Schlagworte sollen die künftigen Verkehrswege und ihre Bewältigung vereinen.

Kiss&Ride-Parkplätze für den Schulbereich?

Die großen Herausforderungen warten laut den Verkehrsexperten an den Stadteinfahrten, am Hauptplatz und bei der Frage der Autobahnabfahrt Donau. Die Erkenntnis der Expertise: Mit einer weiteren Autobahnanschlussstelle würden die B3 und die Innenstadt entlastet. Ohne Maßnahmen werde es bis 2036 zu Kapazitätsengpässen auf der Abfahrt Korneuburg-Ost kommen, mahnte Fürst.

„Auf der B3 haben wir schon heute eine hohe Auslastung“, stellte er fest und präsentierte neben der Abfahrt Donau zwei weitere theoretische Lösungsansätze: eine Kapazitätserweiterung der B3 durch einen vierspurigen Ausbau oder eine deutliche Reduktion des Individualverkehrs.

Auch eine Idee zur Entlastung des Rings im Bereich der Schulen legten die Verkehrsexperten vor: Sogenannte Kiss&Ride-Stellplätze für Elterntaxis bei der Guggenberger-Halle könnten diesen Abschnitt des Rings entlasten. „Die Autos würden dann nicht mehr am Ring fahren“, schlug Fürst vor.

Förderung des Radverkehrs

Ein wesentliches Thema war die Förderung des Radverkehrs, „ohne das Auto zu verteufeln“, wie Käfer betonte. Ob immer ein Radweg Sinn mache oder eine Reduktion auf Tempo 30, wo der Radfahrer mitfährt, müsse im Einzelfall geprüft werden, so Käfer. Genauso verhält es sich mit der Öffnung der Einbahnen für Radfahrer.