Abholzung: Sorge um die Wildtiere

Erstellt am 05. Dezember 2018 | 04:38
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Holler, Hagebutten und Hartriegel sind hier am Stadtrand im Laufe der Jahre wild aufgegangen. Die Rodungen für den Mobilitätsspielplatz haben schon begonnen.
Foto: Löwenstein
Anrainer und Spaziergänger sind enttäuscht, dass der Wildwuchs hinter dem Gewerbegebiet auf der Laaer Straße einem 4.000 m² großen Spielplatz weichen muss.

Die Anrainer hinter dem Futterhaus sind in heller Aufregung, seit Mitarbeiter der Stadt mit der Motorsäge angerückt sind, um Hecken und Sträucher im Bereich Teiritzstraße/Wasweg zu roden. Im Laufe des nächsten Jahres soll hier ein barrierefreier Mobilitätsspielplatz entstehen (die NÖN berichtete).

Die Anrainer fürchten um den natürlich gewachsenen Rückzugsort für die Tiere: „Rehe, Fasane und Hasen leben hier“, weiß Katrin Geyser aus eigener Erfahrung. Der Weg entlang des kleinen Wäldchens sei ein beliebter Ort für Spaziergänger. Sie bezweifelt, dass der Platz ein geeigneter Ort für einen Spielplatz ist, nicht nur, weil hier ständig der Wind bläst: „Wer hat hier am Stadtrand ein Auge auf die Jugendlichen?“, fragt sie sich. Auch die ehemalige SP-Umweltgemeinderätin Sandra Rau-ecker-Grillitsch fürchtet um den Naturraum: „Das ist ein tierischer Hotspot im positiven Sinn und eines der letzten Fleckerl, wo sich die Tiere verstecken können.“

VP-Umweltstadtrat Alfred Zimmermann ruft in Erinnerung, dass der rund 4.000 Qua-dratmeter große barrierefreie Spielplatz ein Bürgerbeteiligungsprojekt ist. Die Abholzungen fänden genau nach Plan statt. „Teile der Hecke und der Bäume bleiben stehen“, versucht er, die Gemüter zu beruhigen. Außerdem werde – anders verteilt – wieder aufgeforstet. Bezüglich der Wildtiere hat er mit Jägern Kontakt aufgenommen. „Sie haben keine Bedenken, dort halten sich keine Rehe auf und Fasane und Hasen suchen sich etwas Neues.“ Dem widerspricht eine Anrainerin: „Natürlich sind dort auch Rehe. Ich habe sie sogar schon gefüttert.“