Fitnesscenter-Betreiber wollen endlich wieder öffnen. Vergangen Freitag kamen die ersten Signale der Bundesregierung, wann die Fitnessstudios wieder aufsperren könnten. Vizekanzler Werner Kogler hat den 29. Mai für die Öffnung von Indoor-Sportstätten ins Auge gefasst, freilich unter besonderen Distanzregeln.

Von Veronika Löwenstein und Manuel Mattes. Erstellt am 28. April 2020 (12:04)
Get U Fit-Geschäftsführer Peter Tesarek (links im Bild). Fotos: privat (Tesarek) bzw. Potential Filmmaker/Shutterstock.com (Hintergrund)
Potential Filmmaker/Shutterstock.com

Es war das erste Mal während der Coronakrise, dass die Fitnessstudios von der Politik überhaupt erwähnt wurden. „Wir fühlen uns im Stich gelassen“, bringt es Peter Tesarek, Geschäftsführer des Korneuburg Fitnesscenter „Get U Fit“ auf den Punkt.

„Wir werden von unserer Interessensvertretung im Regen stehen gelassen.“Peter Tesarek, Geschäftsführer des Korneuburger Fitnesscenters „Get U Fit“

Enttäuscht zeigt er sich auch von der Wirtschaftskammer, weil diese auf ihrer Homepage informiert, dass die Mitglieder ihre Beiträge nicht zahlen müssten. „Wir werden von unserer Interessensvertretung im Regen stehen gelassen“, wettert er. Dabei sei die Frage, ob Mitgliedsbeiträge eingehoben werden dürfen, „rechtlich völlig ungesichert“.

Get U Fit-Geschäftsführer Peter Tesarek.
privat

Denn die Regierung hätte in einer „Nacht- und Nebelaktion“ das Epidemiegesetz ausgehebelt, mit dem der Umsatzentgang eigentlich vergolten worden wäre. Tesarek wirft außerdem ein, dass man die Rechtsauffassung vertreten könnte, dass nicht die Fitnessstudios geschlossen seien, sondern die Kunden diese aufgrund der Aufgangsbeschränkung nicht betreten dürfen. „Das ist juristisch ganz etwas Anderes“, verweist er, schränkt aber ein: „Ausjudiziert ist das nicht“. 

Im Falle von „Get U Fit“ laufen die Mitgliedsbeiträge weiter, die versäumte Zeit wird aber hinten angehängt.

In einer Öffnung sieht Tesarek kein Problem: Ein Mindestabstand von zwei Metern zwischen den Geräten, regelmäßige Desinfektionen und Mundschutzpflicht würden die Kunden ausreichend schützen. Das hätte ihm auch ein Universitätsprofessor bestätigt. „Im Gegensatz zu Fitnesskursen gibt es da auch keinen Körperkontakt“, unterstreicht er, „da gibt es keinen Vorturner, der eventuelle die Haltung mit Handgriffen korrigiert.“ 

Schwierige Situation auch im Gänserndorfer „MegaFit“

Die Kunden würden die Fitnessstudios trotz Mundschutzpflicht besuchen, „da bin ich mir ganz sicher“, weiß Tesarek aus den vielen Anfragen seiner Kunden, „viele wollen endlich wieder trainieren.“

Auch das Studio „MegaFIT“ in Gänserndorf hat seit Mitte März kein Kunde mehr betreten. Die Mitarbeiter befinden sich in Kurzarbeit, die Situation gestalte sich selbstverständlich schwierig, heißt es vonseiten der Geschäftsleitung. 

Grundsätzlich sei es aufgrund der Größe der Trainingsräume möglich, Abstände einzuhalten, man werde sehr genau darauf achten, dass auch alle Vorschriften – wie auch immer sie dann aussehen werden – tatsächlich umgesetzt werden. Die Kunden brauchen nicht zu fürchten, dass ihnen durch die temporäre Schließung ein finanzieller Schaden entsteht: „Es werden alle Verträge bis zur Änderung der Rechtslage stillgelegt und es erfolgen keine Abbuchungen“, informiert das Studio „MegaFIT“ auf seiner Homepage.