Grünes Licht für Abfahrt Donau . Die größte Hürde ist jetzt genommen: Die Finanzierung für das 17-Millionen-Euro-Megaprojekt ist auf Schiene.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 14. Oktober 2020 (05:12)
Für die neue Anschlussstelle gibt es sieben Varianten mit Nebenvarianten. Diese Lösung, genannt „G“, hat sich alsAuswahlvarianteherauskristallisiert.
Asfinag (Kiener Consult)

Seit 20 Jahren ist eine dritte Anschlussstelle an die A22 ein Thema. Bisher scheiterte das Projekt an der Finanzierungsfrage, jetzt ist man der Realisierung – mit der frühestens 2026 zu rechnen ist – aber einen entscheidenden Schritt näher gekommen. Die Anschlussstelle Korneuburg Donau, wie der Arbeitstitel lautet, wird im nächsten Gemeinderat behandelt. Voraussetzung war die Unterstützungszusage vom Land NÖ.

Auch der Miteigentümer des Weftareals, die Firmengruppe SIGNA, wird einen finanziellen Beitrag leisten. Die neue Autobahnabfahrt soll nicht nur der Erreichbarkeit des neues Stadtentwicklungsgebiets mit der Werft Rechnung tragen, sondern auch das Stadtzentrum vom Verkehr entlasten.

Die Projekt-Unterlagen liegen im Rathaus auf

Rund 17 Mio. Euro wird die Anschlussstelle Donau kosten, zehn Mio. Euro bleiben der Stadtgemeinde, die sich ihren Anteil im Rahmen einer Drittelfinanzierung mit dem Land NÖ und SIGNA teilen wird. Den Rest trägt die Asfinag. In der Gemeinderatssitzung steht eine Absichtserklärung zwischen Asfinag und Gemeinde zur Beschlussfassung auf der Tagesordnung. Seit Montag sind auch die Bürger eingeladen, sich am Gemeindeamt über das Projekt zu informieren.

ÖVP-Bürgermeister Christian Gepp ist von der Notwendigkeit einer dritten Anschlussstelle zwischen Korneuburg-Ost und dem Knoten West überzeugt: „Ohne Abfahrt Donau wird es keine Belebung der Werft geben“, macht er unmissverständlich klar, „die Entwicklung der Stadt – da reden wir von den nächsten zehn bis 20 Jahren – liegt in diesem Bereich.“ Und er verweist auf Berechnungen, dass Teile der Stadt durch die neue Auf- und Abfahrt eine deutliche Entlastung erfahren würden. Über Einnahmen aus dem Werftprojekt wolle man die neue Abfahrt Donau refinanzieren.

Letztlich war es auch der Druck der Stadt, der zu einem Abschluss der Finanzierungsvereinbarung geführt hat. „Wenn man die Werft entwickeln will, dann braucht es Infrastruktur“, hat Gepp immer wieder gepocht. Aber auch, dass SIGNA sich an den Kosten beteiligt, hat letztlich zu einer Entscheidung beigetragen. Christoph Stadlhuber, CEO SIGNA Real Estate Austria, spricht von einem „wesentlichen Meilenstein bei der Entwicklung der neuen Werft“. Damit werde nicht nur das Projektareal aufgewertet, sondern die gesamte Verkehrsinfrastruktur von Korneuburg optimiert, ist er überzeugt. SIGNA wäre laufend in die Verhandlungen eingebunden gewesen. „In logischer Konsequenz beteiligt sich SIGNA daher auch an den Kosten“, begründet Stadl huber.

„Ohne Abfahrt Donau wird es keine Belebung der Werft geben"Bürgermeister Christian Gepp

Wie die Asfinag bestätigt, laufen die planerischen Überlegungen schon länger. Für konkrete Planungen hätte bisher die Finanzierungszusage der Stadtgemeinde gefehlt, so Asfinag-Sprecherin Alexandra Vucsina-Valla. Nach einer Erweiterten Strategischen Analyse (ESA), in der die Sinnhaftigkeit der Verkehrsmaßnahme bestätigt wurde, starteten die Planungen zum Vorprojekt. In Voruntersuchungen wurden insgesamt sieben Varianten mit Nebenvarianten nach unterschiedlichen Kriterien untersucht. Die vorliegende Variante „G“ hat sich als Auswahlvariante herauskristallisiert.

„Das ist auch die Variante, die die Stadt bevorzugt“, freut sich der Bürgermeister. Die Zufahrt zur Anschlussstelle soll in Form einer Unterführung auf Höhe des Friedhofs erfolgen. Gepp will die neue Abfahrt nicht isoliert betrachten, sondern in ein Konzept gießen, „zum Beispiel, um die Stockerauer Straße zu entlasten“.

 

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